Angeboten wird eine Zeichnung von Gustav Wunderwald
TITEL: „Landhaus an einer Wegbiegung“ [so verso auf dem Karton unten rechts auf Aufkleber maschinenschriftlich betitelt]
TECHNIK: Bleistift auf sandfarbigem Zeichenpapier, verso befestigt auf mit Leinwand überzogenen Karton, ungerahmt
JAHR: undatiert [wohl um 1925-30]
SIGNATUR: unten links monogrammiert "G. W.", sowie verso auf dem Blatt unten rechts Nachlassstempel mit handschriftlicher Nummerierung in Blei "50"
GRÖßE: 18,3 x 26,5 cm (Blatt) bzw. 23,3 x 31,2 cm (unterlegter Karton)
ZUSTAND: Blatt verso befestigt auf mit Leinwand überzogenen Karton; durchgehend etwas stockfleckig; durchgehend leicht gebräunt / nachgedunkelt; rechter Blattrand leicht uneben zugeschnitten; verso unten links in Blei nummeriert "36745"[?]; unterlegter Karton recto & verso etwas berieben und fleckig
---Gustav Wunderwald war Sohn des Büchsenmachers Karl Wunderwald und dessen Ehefrau Adelheid, geb. Hirtz. Von 1896 bis 1898 war er beim Kölner Malermeister Wilhelm Kuhn in der Lehre, wechselte hierauf nach Gotha zum Kulissenmaler Max Brückner (1899-1900) und war darauf bis 1904 als Maler bei der Firma für Theatermalerei Georg Hartwig & Co. In Berlin tätig. Von 1904 bis 1907 war Wunderwald Bühnenbildner an der Königlichen Oper in Stockholm. Darauf wechselte er an das Düsseldorfer Schauspielhaus. Dort kam er in Kontakt mit Wilhelm Schmidtbonn und es entstand eine enge Verbindung. 1908 heiratete er Amalie Minna Gerull (1881-1941). Zwischen 1908 und 1909 lebten das Ehepaar Wunderwald und das Ehepaar Schmidtbonn gemeinsam in der Villa Brand (Tegernsee), wo auch August und Elisabeth Macke einige Zeit wohnten.
Bis zum Ersten
Weltkrieg war Wunderwald tätig für die Stadttheater in Innsbruck und Freiburg
i. Br., sowie für das Deutsche Opernhaus in Berlin. Im Krieg diente er von
1915-18 im Infanterie-Regiment 43 und wurde in Mazedonien eingesetzt. Nach dem Weltkrieg
blieb Wunderwald als freischaffender Künstler in Berlin ansässig.
1924 hatte er
seine erste Einzelausstellung in der Berliner Kunst- und Buchhandlung
Landsberg. Es folgten weitere zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen, u. a. an
den „Großen Berliner Kunstausstellungen“, bei der Galerie Nierendorf, der
Galerie Paul Graupe, im Folkwang Museum, beim Verein Berliner Künstler. 1927 erschien der
erste Aufsatz über Wunderwald, den Paul Westheim für das „Kunstblatt“
verfasste. 1929 betitelte Westheim den Künstler als „Berliner Utrillo“.
In den 1920er
Jahren entstehen Wunderwalds wichtige Berliner Stadtansichten, sowie auch
Landschaften aus Ostpreußen und dem Havelland. Im Dritten Reich zog sich
Wunderwald als Künstler zurück, er arbeitete für die Ufa und Marx-Film
(Ruhleben). 1941 heiratete er Berta Ludwig. In Folge einer Wasservergiftung
verstarb Wunderwald am 24. Juni 1945 im Hildegard-Krankenhaus in
Berlin-Charlottenburg. Sein Grab auf dem Friedhof Heerstraße wurde 1970
eingeebnet.
Ab 1950 begann
eine Wiederentdeckung von Wunderwalds Schaffen. Es gab Einzelausstellungen,
sowie auch Publikationen zum Werk.
Gustav Wunderwald
ist vor allem für seinen eigenständigen Beitrag zur Neuen Sachlichkeit bekannt
und in diesem Kontext waren Werke von ihm zuletzt zu sehen bei Ausstellungen im
Museum Leopold („Glanz und Elend - Neue Sachlichkeit in Deutschland”, 2024) und
in der Kunsthalle Mannheim (“Die Neue Sachlichkeit - Ein Jahrhundertjubiläum”,
2024-25).
Die hier
vorliegende Zeichnung wird aus Wunderwalds Schaffen der 1920er Jahre stammen
und dürfte sich in eine Gruppe ostprußischer und märkischer Dorf- und
Kleinstadtansichten zuzuordnen sein [1].
Das hier von
Wunderwald sehr fein und detailliert gezeigte kleine Gehöft wird umgeben von
dunkler ausgeführten, kahlen (Weiden-)Bäumen.---
_____________________________________________
[1] Vgl. hierzu
bspw. die Gemälde „Ostpreußische Winterlandschaft“ (WV 168, um 1930), „Garten“
(WV 183, um 1930), Abb. in: Hildegard Reinhardt (1988): Gustav Wunderwald
(1882-1945). Untersuchungen zum bildkünstlerischen Gesamtwerk, Hildesheim:
Olms, S. 405.
Zu Gustav
Wunderwald (01.01.1882 Köln-Kalk – 24.06.1945 Berlin)
Gustav Wunderwald
war Sohn des Büchsenmachers Karl Wunderwald und dessen Ehefrau Adelheid, geb.
Hirtz. Von 1896 bis 1898 war er beim Kölner Malermeister Wilhelm Kuhn in der
Lehre, wechselte hierauf nach Gotha zum Kulissenmaler Max Brückner (1899-1900)
und war darauf bis 1904 als Maler bei der Firma für Theatermalerei Georg
Hartwig & Co. In Berlin tätig.
Von 1904 bis 1907
war Wunderwald Bühnenbildner an der Königlichen Oper in Stockholm. Darauf
wechselte er an das Düsseldorfer Schauspielhaus. Dort kam er in Kontakt mit
Wilhelm Schmidtbonn und es entstand eine enge Verbindung.
1908 heiratete er
Amalie Minna Gerull (1881-1941).
Zwischen 1908 und
1909 lebten das Ehepaar Wunderwald und das Ehepaar Schmidtbonn gemeinsam in der
Villa Brand (Tegernsee), wo auch August und Elisabeth Macke einige Zeit
wohnten.
Bis zum Ersten
Weltkrieg war Wunderwald tätig für die Stadttheater in Innsbruck und Freiburg
i. Br., sowie für das Deutsche Opernhaus in Berlin.
Im Krieg diente er
von 1915-18 im Infanterie-Regiment 43 und wurde in Mazedonien eingesetzt.
Nach dem Weltkrieg
blieb Wunderwald als freischaffender Künstler in Berlin ansässig.
1924 hatte er
seine erste Einzelausstellung in der Berliner Kunst- und Buchhandlung
Landsberg. Es folgten weitere zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen, u. a. an
den „Großen Berliner Kunstausstellungen“, bei der Galerie Nierendorf, der
Galerie Paul Graupe, im Folkwang Museum, beim Verein Berliner Künstler.
1927 erschien der
erste Aufsatz über Wunderwald, den Paul Westheim für das „Kunstblatt“
verfasste. 1929 betitelte Westheim den Künstler als „Berliner Utrillo“.
In den 1920er
Jahren entstehen Wunderwalds wichtige Berliner Stadtansichten, sowie auch
Landschaften aus Ostpreußen und dem Havelland.
Im Dritten Reich
zog sich Wunderwald als Künstler zurück, er arbeitete für die Ufa und Marx-Film
(Ruhleben).
1941 heiratete er
Berta Ludwig.
In Folge einer
Wasservergiftung verstarb Wunderwald am 24. Juni 1945 im Hildegard-Krankenhaus
in Berlin-Charlottenburg. Sein Grab auf dem Friedhof Heerstraße wurde 1970
eingeebnet.
Ab 1950 begann eine Wiederentdeckung von Wunderwalds Schaffen. Es gab Einzelausstellungen, sowie auch Publikationen zum Werk.
Gustav Wunderwald ist vor allem für seinen eigenständigen Beitrag zur Neuen Sachlichkeit bekannt und in diesem Kontext waren Werke von ihm zuletzt zu sehen bei Ausstellungen im Museum Leopold („Glanz und Elend - Neue Sachlichkeit in Deutschland”, 2024) und in der Kunsthalle Mannheim (“Die Neue Sachlichkeit - Ein Jahrhundertjubiläum”, 2024-25).
Sammlungen: Werke des Künstlers befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen und Museen wie u. a. Berlinische Galerie, Nationalgalerie (Berlin), Hessisches Landesmuseum (Darmstadt), Kunstforum Ostdeutsche Galerie (Regensburg).
LITERATUR (Auswahl): Reinhardt, Hildegard (1988): Gustav Wunderwald (1882-1945). Untersuchungen zum bildkünstlerischen Gesamtwerk, Hildesheim: Olms --- Schneider, Ulrich: Gustav Wunderwald, in: „Allgemeines Künstlerlexikon / Artists of the World“, Onlineversion, De Gruyter-Verlag























