Angeboten wird ein Werk von Hanns Herzing
TITEL: „Holzbildhauer Schmitt“ [so verso oben mittig betitelt]
TECHNIK: Pastellkreiden auf Papier, komplett aufgezogen auf festem Karton
JAHR: undatiert [wohl um 1925-30]
SIGNATUR: unten rechts signiert „Hanns Herzing“, sowie verso nochmals signiert und lokalisiert „Dresden Niederpoyritz Musenalm“
GRÖßE: 49,5 x 40,3 cm
ZUSTAND: durchgehend leicht fleckig; etwas nachgedunkelt; Ecken etwas bestoßen; die seitlichen Ränder stärker berieben (wohl aufgrund früherer Befestigung / Rahmung); verso fleckig und berieben
---Hanns Herzing
war Sohn des Kunstgewerblers Andreas Herzing (1864-1949). Er studierte an der
Kunstakademie Dresden (bei Gotthardt Kuehl und Carl Bantzer) und zuletzt war er
Meisterschüler bei Eugen Bracht.
1924/25 schuf
Herzing für den Wartesaal des Dresdner Hauptbahnhofes zwei monumentale Gemälde
(„Pirna und Meißen“), die jedoch 1945 bei der Bombardierung der Stadt
vernichtet wurden. 1925 reiste er in
die Schweiz und kehrte fortan jährlich dorthin zurück, um ausgedehnte
Wanderungen im alpinen Raum zu unternehmen.
Herzing war
Mitglied im Sächischen Kunstverein, bei der Vereinigung Schaffender Künstler
(Dresden) und beim Desdner Künstlerbund.
Das vom Künstler
bevorzugte Sujet war die Landschaft, wobei er hier besonders die weite alpine
Gebirgslandschaft bevorzugte, was ihm den Namen „Maler des Hochgebirges“
einbrachte. Daneben entstanden auch Stillleben, Dorfansichten und vereinzelt
Porträts.
Der
deutsch-jüdische Künstler Bruno Gimpel (1886-1943) war mit Irene, geb. Herzing
(1895-1979), Schwester von Hanns Herzing, verheiratet. Als die Repressionen im
Dritten Reich gegen seinen Schwager zunahmen, nahm er diesen zeitweise bei sich
in Niederpoyritz auf. Dort lebte Herzing
in der, an der Staffelsteinstraße gelegenen, 1903 erbauten Familienvilla
„Musenalm“, was sich auch auf der Rückseite des vorliegenden Werkes als
Lokalisierung befindet.
Nach dem Zweiten
Weltkrieg entdeckte Herzing das Elbsandsteingebirge als Motiv für sein
Schaffen. Jedoch erfuhr er in seinen letzten Lebensjahren bis zu seinem Tod
eher wenig Beachtung.
Werke des
Künstlers befinden sich in der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Diese hier
vorliegende Porträtzeichnung wird dem Motiv und der Ausführung nach in das
Schaffen um 1920-30 einzuordnen sein.
Herzing zeigt hier
das schmale, hagere Bildnis eines Mannes mittleren Alters, der verso als
„Holzbildhauer Schmitt“ benannt wird. Die halblangen Haare sind locker
zurückgekämmt, die braunen Augen nicht ganz geöffnet und die Mundwinkel
umspielt ein zartes Lächeln. Von dem Bildnis selbst scheint eine Lichtquelle
auszugehen, wirkt es doch durch die hellgelbe Pastellkreide geradezu aus sich
heraus religiös strahlend.---
Zu Hanns Herzing (06.03.1890
Dresden – 17.02.1971 Niederpoyritz ( Dresden)):
Maler, Zeichner.
Sohn des
Kunstgewerblers Andreas Herzing (1864-1949).
Hanns Herzing
studierte an der Kunstakademie Dresden (bei Gotthardt Kuehl und Carl Bantzer)
und war zuletzt Meisterschüler bei Eugen Bracht.
1924/25 schuf
Herzing für den Wartesaal des Dresdner Hauptbahnhofes zwei monumentale Gemälde
(„Pirna und Meißen“), die jedoch 1945 bei der Bombardierung der Stadt
vernichtet wurden.
1925 reiste er in
die Schweiz und kehrte fortan jährlich dorthin zurück, um ausgedehnte
Wanderungen im alpinen Raum zu unternehmen.
Herzing lebte in
der, an der Staffelsteinstraße gelegenen, 1903 erbauten Familienvilla
„Musenalm“.
Die Schwester
Irene (1895-1979) war verheiratet mit dem deutsch-jüdischen Künstler Bruno
Gimpel (1886-1943).
Das vom Künstler bevorzugte Sujet war die Landschaft, wobei er hier besonders die weite alpine Gebirgslandschaft bevorzugte, was ihm den Namen „Maler des Hochgebirges“ einbrachte. Daneben entstanden auch Stillleben, Dorfansichten und vereinzelt Porträts.
Mitgliedschaften: Sächsischer Kunstverein; Vereinigung Schaffender Künstler (Dresden); Desdner Künstlerbund.
Literatur: „Allgemeines Künstlerlexikon“, Onlineversion – Internetseite der Kunsthandlung Kühne (Dresden)






















