Angeboten wird ein Aquarell von Charlotte Hilmer
TITEL: ohne Titel [Bildnis eines jungen Mannes (Arnold Hilmer?)]
TECHNIK: Linolschnitt auf Japanpapier, ungerahmt
JAHR: undatiert [wohl um 1930-40]
GRÖßE: 61,5 x 43,1 cm (Blatt) bzw. 44,8 x 35,8 cm (Druck)
SIGNATUR: unten rechts Signaturstempel
ZUSTAND: leichte
Druckstellen im Blatt; unterer Rand mit etwas stärkeren Abrissspuren; Ecken
etwas bestoßen und leicht knittrig; am linken Rand mittig leicht farbflekckig
(wohl aus dem Druckprozess); im Eckbereich unten rechts leicht braunfleckig
verso am oberen
Rand links und rechts Reste früherer Befestigung (weiße Klebestreifen); verso
unten rechts in Blei bez. „K45“[?]
---Charlotte
Hilmer, geb. Wegel, war seit 1939 Ehefrau des Künstlers Arnold Hilmer (1908
Hamburg – 1993 ebd.), doch trat sie zeitlebens auch selbst als Künstlerin auf. Charlotte Wegel
begann 1928-29 gemeinsam mit ihrem späteren Mann ihr Kunststudium an der
Landeskunstschule in Hamburg und besuchte dort Kurse bei Eduard Steinbach.
Hierauf gingen Beide für ein Jahr an die Königsberger Kunstakademie und der
damalige Lehrer Charlotte Wegels war Hans Ludwig Pfeiffer (1903 Rom – 1999
Berlin). Nach dem Jahr in Königsberg war das Paar bis 1933 an der Kunstakademie
Stuttgart, wo Charlotte Wegel Kurse bei Robert Breyer und Anton Kolig nahm. In den frühen
1930er Jahren teilten sich Arnold Hilmer und Charlotte Wegel in Hamburg eine
Atelierwohnung in der Langen Reihe mit u. a. Ernst Witt. 1939 erfolgte die
Heirat des Künstlerpaars und die Beiden zogen in die Alsterchaussee 11. 1939 hatte sie mit
ihrem Mann eine Atelierausstellung, ist 1941 nochmals auf einer Schau des
Hamburger Kunstvereins vertreten, trat dann aber wohl nicht weiter mit ihrem
damaligen Schaffen an die Öffentlichkeit. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg
konnte sie sich etablieren und fand dabei zu einem eigenen expressiv
realistischen Ausdruck, der in den späten Schaffensjahren einen hohen
Abstraktionsgrad hatte.
In den 1950er
Jahren unternahm sie Studienreisen nach Dänemark, Italien und in die
Niederlande.
Die Künstlerin
verstarb mit nich
einmal 50 Jahren durch Freitod.
In Charlotte Hilmers Schaffen finden sich „Blüten- und Blumenbilder in leuchtenden Farben, Landschaften mit kreisenden Sonnen in strömenden Linien. Figurenbilder in statuarischer Ruhe, archaisch-weibliche Urformen“ (Maike Bruhns, [1]).
Der vorliegende,
verhältnismäßig große Linolschnitt ist in das eher frühe Schaffen der
Künstlerin einzuordnen und vielleicht zeigt sie hier ihren Lebenspartner Arnold
Hilmer.
Der Betrachter
blickt auf einen jungen Mann en face. Das Gesicht scheint sehr leicht gesenkt,
die Augen sind geschlossen. Alles an ihm wirkt überaus ruhig und zeitlos. Von
besonderer Spannung ist dabei das Verhältnis von großer Fläche (Gesichtspartie)
und einzelnen, teilweise sehr dünnen, feinen Striche (Konturen, Augen, Haare,
Ohren, Schultern).---
________________________________________
[1] Maike Bruhns (2013): Charlotte Hilmer, in: Familie Kay Rump
(Hrsg.): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs
(überarbeitet von Maike Bruhns); Wachholtz; Neumünster – Hamburg; S. 198
Zu Charlotte
Hilmer, geb. Wegel (04.05.1909 Hamburg – 07.05.1958 ebd. (Suizid)):
Malerin,
Zeichnerin, Grafikerin.
Ehefrau des
Künstlers Arnold Hilmer (1908 Hamburg – 1993 ebd.).
1928-29 gemeinsam
mit ihrem späteren Mann Studium an der Landeskunstschule in Hamburg (bei Eduard
Steinbach).
1929-30 zusammen
mit Arnold Hilmer studiert sie an der Königsberger Kunstakademie (bei Hans
Ludwig Pfeiffer (1903 Rom – 1999 Berlin)).
1930-33 zusammen
mit Arnold Hilmer studiert sie an der Kunstakademie Stuttgart (bei Robert
Breyer und Anton Kolig).
In den frühen
1930er Jahren teilten sich Arnold Hilmer und Charlotte Wegel in Hamburg eine
Atelierwohnung in der Langen Reihe mit u. a. Ernst Witt.
1939 erfolgte die
Heirat des Künstlerpaars und die Beiden zogen in die Alsterchaussee 11.
Nach dem Zweiten
Weltkrieg konnte sie sich als Künstlerin etablieren und fand dabei zu einem
eigenen expressiv realistischen Ausdruck, der in den späten Schaffensjahren
einen hohen Abstraktionsgrad hatte.
In den 1950er
Jahren unternahm sie Studienreisen nach Dänemark, Italien und in die
Niederlande.
In Charlotte
Hilmers Schaffen finden sich „Blüten- und Blumenbilder in leuchtenden Farben,
Landschaften mit kreisenden Sonnen in strömenden Linien. Figurenbilder in
statuarischer Ruhe, archaisch-weibliche Urformen“ (Maike Bruhns).
Einzelausstellungen (Auswahl): 1939 hatte sie mit ihrem Mann eine Atelierausstellung in Hamburg; 1950, 1953, 1955 Kulturelle Vereinigung Voksheim, Hamburg; 1956 Museum für Völkerkunde, Hamburg (zusammen mit Arnold Hilmer); 1958 Hamburger Kunsthalle; 1960 Märkisches Museum, Witten; 1964 Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt a. M.; 1999 Galerie Herold, Hamburg (zusammen mit Arnold Hilmer)
Sammlungen: Hamburger Kunsthalle; Sammlung der Hamburger Sparkasse; Märkisches Museum, Witten; Sammlung Dr. Maike Bruhns, Hamburg
Literatur: Dollen, Ingrid von der (2000): Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bildkunst der „verschollenen Generation“, München: Hirmer, S. 315 --- Familie Kay Rump (Hrsg.) (2013): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs (überarbeitet von Maike Bruhns); Wachholtz; Neumünster – Hamburg; S. 198 --- Heydorn, Volker Detlef (1974): Maler in Hamburg 1966-1974; Christians; Hamburg; S. 127 --- Meyer-Tönnesmann, Carsten: Charlotte Hilmer, in: „Allgemeines Künstlerlexikon“, Onlineversion, De Gruyter-Verlag --- Städtisches Gustav-Lübcke-Museum (1962): Charlotte Hilmer. Ausstellung von Ölbildern, Aquarellen, Zeichnungen und Farbholzschnitten (Text Hans Platte) [Ausstellungskatalog], Hamm















