Wunderschöne sternförmige Art-Deco-Schale auf 4 ausgestellten Füßen. Heller Scherben, mit beigefarbener Glasur und türkisblau-braunem Spritzdekor. Unterseitig mit Bückeburg-Manufakturzeichen.
Das Objekt misst ca. 9,0 x Ø 33,0 cm.
Die Malerei leuchtend und farbfrisch. Minimale Bereibungen am Rand, unter dem Rand eine Abplatzung (ca. 2 cm), etwas angestaubt. Sonst in gutem Zustand.
Aus Berliner Privatbesitz.
Fürst Adolf II. gab unmittelbar nach der Thronbesteigung mehrere Prestigeprojekte in Auftrag, darunter eine Kunsthandwerkerschule: die Fürst Adolf Werkstätten (FAW). In dieser Manufaktur Bückeburg wurde die Produktion über Jahrzehnte von Albrecht Comes bestimmt, der vor allem mit seinen Glasuren und klaren Formen große Erfolge feierte. Schon in den 1920er Jahren orientierte sich seine Werkstatt an den Formen der Neuen Sachlichkeit und den im Bauhaus entwickelten Gestalttypen. Leuchtende Farbkraft gehörte zu den Kennzeichen der Bückeburger Keramik und auch Experimente mit Craquelé-Glasuren. Die bisher hergestellten Formen wurden zwischen 1933 und 1945 politisch passend z.T. in einer neuen Serie verwendet oder abgewandelt. Als eComes nach der zeitweiligen Absetzung und der Entnazifizierung wieder Leiter von FAW Bückeburg werden konnte, nahm Comes die Produktion der 1920er Jahre wieder auf, zu der unter seiner Nachfolgerin Helge Pfaff (*1939) u.a. auch das Stapelgeschirr in der Sammlung gehört. Helge Pfaff stellte die Produktion nach seinem Tode konsequent auf die Moderne um. Sie blieb auch nach der Schließung der Manufaktur 1972 in Bückeburg und arbeitete bis zu ihrem Tode in ihrem eigenen Keramikatelier.
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