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Siemens Design
Die Neue Sammlung
Staatliches Museum für angewandte Kunst

Inhalt
Vorwort
Hans Wichmann
Donation Siemens
Hans Wichmann
Die Neue Sammlung
Eugen Leitherer
Aufgaben für das Industrie-design am Ende des 20. Jahrhunderts - aus der Sicht der Unternehmen
Hans Wichmann
Systeme - System - Design
Dieter Rams
Funktionales Design ist eine Zukunftsaufgabe
Herbert Schultes
Siemens-Design.
Aufgaben und Perspektiven
Donation Siemens
Exempla
Dankwart Rost
Industrie-Design und Unternehmenskultur
Zu den Autoren 124

Die Neue Sammlung
Staatliches Museum für angewandte Kunst
Prinzregentenstraße 3
8000 München 22
Bild- und Satzspiegel, Einband:
Mendell & Oberer, Graphic Design, München.
Layout: Hans Wichmann
Satz und Druck: Wagner GmbH, Nördlingen
Reproduktion: repro-center, München
Bindearbeiten: Ludwig Auer
Donauwörth
Printed in Germany

Donation Siemens an Die Neue Sammlung
Herausgegeben von Hans Wichmann
Mit Beiträgen von:
Eugen Leitherer
Dieter Rams
Dankwart Rost
Herbert Schultes
Hans Wichmann
Die Neue Sammlung
Staatliches Museum für angewandte Kunst, München
Ausstellung 5 der Serie »Beispiele«
April bis Juli 1987

Diese Veröffentlichung dokumentiert und begleitet eine umfangreiche Donation des Hauses Siemens an die Neue Sammlung, an das Staatliche Museum für angewandte Kunst in München.
Der Vorgang ist innerhalb der Geschichte des Unternehmens Siemens ungewöhnlich und erfolgt an ein Kunstmuseum in dieser Form zum erstenmal; denn bei den dedizierten Objekten handelt es sich um genuine Siemens-Produkte aus allen Bereichen des Unternehmens, nicht etwa um Kunstwerke.
Obwohl sich Siemens insbesondere seit der Mitte unseres Jahrhunderts in starkem Maße mäzenatisch eingesetzt hat - eine Auflistung der vielfältigen Engagements würde ein überraschend umfangreiches Verzeichnis ergeben - wird mit dieser Donation für Siemens Neuland betreten. Die Vermittlung von künstlerischer oder ästhetischer Außerung an die Öffentlichkeit durch Siemens erfolgt von nun an nicht mehr nur durch das Medium der freien Kunst, also durch Werke, der Malerei, Musik, Skulptur oder des Kunstgewerbes, sondern auch durch Industrial Design.
Das bedeutet, daß sich am Ende unseres Jahrhunderts das Verhältnis auch von tradierter Großindustrie und Ästhetik zu wandeln beginnt, erkennt man doch, daß die Produktleistung erst durch die ästhetische Komponente, die durch industrial design erwirkt wird, abrundende Qualität erfährt.
Dieses Element bedingt dann wiederum die Bewahrung alls primäre industrielle Kulturleistung in einem Museum.
Der Wechselbezug zwischen Kunstmuseum und Industrie in diesem Sinne befindet sich zur Zeit noch durchaus in einem Anfangsstadium. Es signalisiert ein Aufein-anderzugehen über die Brücke des Designs letztlich für die Öffentlichkeit, setzt zugleich ein Zeichen der Ermunterung für die Gestaltung von Alltagsgut im Sinne der For-mulierung: »Design ist Kunst, die sich nützlich macht«.
Das Buch vermittelt - wie ich glaube - einen Überblick über heutiges Design und Ansätze einer neuen Corporate Identity von Siemens.
Seine Verwirklichung, ebenso wie die begleitende Ausstellung, war nur durch die Mitarbeit zahlreicher
Rost und der Einsatz von Herbert Schultes und Tönis Kão. Dankbar sind wir darüberhinaus Dr. Florian Hufnagl, der den überwiegenden Teil der Produkt-Texte verfaßte, und Pierre Mendell und Klaus Oberer, die für Buch und Ausstellung das visuelle Erscheinungsbild konzipierten.
Besonderer Dank gebührt weiterhin den Mitarbeitern des Siemens-Foto-Studios, die ungewöhnlich schöne Aufnahmen der Geräte erstellten. Nach den Ausstellungen der Donationen der Industrieunternehmen Agip (1984), Braun (1985) und Olivetti (1986) wird mit der »Donation Siemense (1987) die vierte große Schenkung einer Weltfirma an Die Neue Sammlung veröffentlicht.
Gezeigt werden von den in den letzten Jahren jeweils in Schüben in unser Museum gelangenden, zahlreichen Dedikationen des Hauses Siemens - gewissermaßen pars pro toto - lediglich siebzehn besonders innovative Neuentwicklungen aus sechs Unternehmensbereichen, die zugleich im Gewande des neuen, jungst beschlossenen Erscheinungsbildes auftreten.
Man wird die Objekte in der Ausstellung - ähnlich wie in dieser nun folgenden Dokumentation nicht nur vorweisen oder abbil-den, sondern auch in ihrer Aufgabenstellung, in ihrer Konzeption und Entwicklung explizieren. Da es sich dominant um Geräte oder Instrumente handelt, die im Rahmen von Systemen fungieren, ist dies für ihr Verständnis von besonderer Bedeutung.
Die systembestimmten Objekte der »Donation Siemense verstärken im Verein mit Zeugnissen der Sekundärarchitektur die seit 1980 eingerichteten Sammlungsabteilungen der Neuen Sammlung in vorzüglicher Weise. Sie setzen in diesen nicht nur Akzente, sondern verkörpern durch den in der lunettenartig geschlossenen Stirnseite des Foyers ständig aufgerichteten Hochleistungsschalter ein Wahrzeichen für das Museum.
Bei den Objekten handelt es sich in einigen Fallen um gestaltete, hochtechnisierte Investitionsgüter, damit um Industrial Design reinster Provenienz.
Die meisten Objekte der Donation Siemens werden zum erstenmal in die permanenten Bestände eines Museums für angewandte Kunst aufgenommen, damit auch als artifizell-ästhetische Leistungen ausgezeichnet
in dem Vorgang wird erneut - ebenso wie in der Darstellung der vorangegangenen Donationen - ein paradigmatischer Wech-selbezug zwischen Industrieleistung und Kulturinstitution zum Ausdruck gebracht; denn die auch unter kulturellen Gesichtspunkten bewahrenswerte Produktwelt in der 2. Halfte unseres Jahrhunderts ist dominant industriellen-technischen Ursprungs.
Der weitere Ausbau der Neuen Sammlung zu einem bedeutenden internationalen Museum des 20. Jahrhunderts muß dieser Tatsache gerecht werden. Deshalb bildet Industrial Design heute einen besonderen Sammlungsschwerpunkt in diesem Museum, der durch die »Donation Siemens« in bedeutsamer Weise verstärkt wird.
Die Verbindung dieser Ausstellung mit der über das Wirken des Atelier Mendell und Oberer, das an dem neuen Erscheinungsbild von Siemens mitwirkte, zeigt eine Verschränkung zwischen Industrial- und Graphic Design.
Hans Wichmann

Privatverkauf, siehe Fotos.