Kurt Müller - Brief

Dessau, 7. Oktober 1936

Brief

Müller dankt Leusch für die hervorragende Arbeit an einem Renaissance-Männerbildnis der Anhaltinischen Gemäldegalerie, auf dem Dank Restaurierung nun Datierung und Monogramm des unbekannten Meisters zu sehen sind. Das Bild ist so schön geworden, dass auch Kunsthistoriker Dr. Hamann aus Marburg entzückt ist und das Objekt für das Photographische Archiv des Kunsthistorischen Seminars Marburg ablichten lassen möchte.

Das Blatt misst ca. 29,5 x 21 cm. Der Bogen mit Wasserzeichen, maschinengeschrieben, die Unterschrift Müllers in blauer Tinte, die Signaturkopie eines anonymen Künstlers mit Bleistift unten links im Brieftext. Das Blatt rechts beschnitten, mit schwacher horizontaler Falzspur, vergilbt, griffspurig, links gelocht, leicht knick- und quetschfaltig, vereinzelt blass stockfleckig, in den Kanten und Falzkanten etwas bestoßen und angeschmutzt. Sonst gut erhalten.

Aus Ostdeutschem Privatbesitz.


Genannte Personen und/oder Institutionen: Kurt Müller und Albert Leusch

Kurt Müller: Kurt Alexander Müller (geboren 1876 in Harzgerode, gestorben 1952 in Bernburg (Saale)) war ein deutscher Jurist und anhaltischer Staatsminister (1924–1929). Er studierte Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Straßburg, Berlin, Leipzig und Halle. Er legte beide juristische Staatsprüfungen ab, trat kurzfristig in den anhaltischen Justizdienst (Gerichtsassessor) und wurde 1905 vom Dessauer Gemeinderat zum Stadtrat gewählt, ein Jahr später zum Stellvertreter des Dessauer Oberbürgermeisters. Ab 1910 durchlief er die Karriere des staatlichen Verwaltungsbeamten, wurde 1912 in das Staatsministerium berufen und hier 1914 zum Vortragenden Rat ernannt. 1920 erfolgte die Beförderung zum Ministerialdirektor und 1924 vom Landtag die Wahl zum Staatsminister im Kabinett Deist. Nach dem Ausscheiden aus dem Ministeramt 1928 war er in der Landesverwaltung als Ministerialdirigent tätig. Verdienste erwarb Kurt Müller auf sozialem Gebiet, beim Hochwasserschutz, bei der Neufassung der Bauordnung, bei der Verwaltungsreform nach Aufhebung der Monarchie und bei der Sicherung des anhaltischen Kulturbesitzes. Nach 1918 hatte er die komplizierten Auseinandersetzungen des Freistaates Anhalt mit dem ehemaligen Herzogshaus geleitet. Er war beteiligt an der Begründung der Anhaltischen Landesbücherei, der Anhaltischen Gemäldegalerie, des Anhaltischen Landesmuseums in Zerbst sowie der Neugestaltung des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte in Dessau. In Anerkennung seiner historisch-wissenschaftlichen Tätigkeit wurde Müller 1920 zum Vorsitzenden des Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde gewählt. Auch wirkte er ab 1912 im Vorstand der Historischen Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt mit sowieab 1934 im Vorstand der von ihm mitbegründeten Joachim-Ernst-Stiftung. Müller war Inhaber des anhaltinischen Hausordens Albrechts des Bären für Kunst und Wissenschaft. Im Jahr 1928 ehrte ihn die Universität Halle mit der Ehrendoktorwürde.


Albert Leusch: Albert Leusch (geboren 1877 in Hamburg, gestorben 1954 in Halle) war ein deutscher Restaurator und Denkmalpfleger von internationalen Ruf.


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