Gefechtsbericht - Kriegstagebücher 1939 - 1945 ; Kommodore in der Starfighter-Krise
Mitten in den Schlachten des Zweiten Weltkriegs sitzt ein junger
Jagdflieger auf seinem gepackten Koffer und kritzelt Oktavhefte voll.
Zehn Tagebücher werden es schließlich sein: die Schrecken und Triumphe
seiner Luftkämpfe, der Tod von Freunden und Kameraden, die fast 200
Abschüsse, die er selbst erzielte, Irrglaube und Verzweiflung in der
totalen Niederlage — all das hat er unter der Wucht der Ereignisse
aufgeschrieben und fotografiert. Günther Josten eröffnet damit einen
einmaligen Blick hinter den Glanz hoher Auszeichnungen. Sieben Jahre
nach seinem Tod erscheinen seine Notizen nun sorgfältig dokumentiert und
kommentiert durch zwei der renommiertesten Historiker auf dem Gebiet
der Militärluftfahrt.
Nach dem Krieg schafft sich Günther Josten eine zivile Existenz,
tauscht aber 1956 sein Prokuristengehalt gegen den Sold eines
Oberleutnants und wird wieder Jagdflieger — nunmehr in der Luftwaffe der
Bundesrepublik. Sechs Jahre später übernimmt er von Erich Hartmann das
JG 71 Richthofen und rüstet es auf die F-104 G um. Schon früh erkennt
er, wie Führungsversagen die Starfighter-Krise heraufbeschwört.
Entschlossen stemmt sich Günther Josten gegen die Entwicklung, um seine
jungen Flugzeugführer zu schützen: ein Mann, der lieber seine Karriere
opfert, um seine jungen Flugzeugführer zu schützen, als vor Inkompetenz
und Untätigkeit höherer Vorgesetzter in die Knie zu gehen. Sein Mut und
sein Verantwortungsbewußtsein tragen wesentlich zur Überwindung der
Probleme bei.