Lesser Ury - Nollendorfplatz bei Nacht (Ausschnitt), 1925, Druck auf Leinwand auf Holzrahmen, 60x40cm, Rand schwarz
Achtung: Im Original misst das Bild 72,5x54,5cm. Bei einem Druck auf 60x40cm kommt es am Bildrand zu Abweichungen gegenüber der Abbildung des Originals.
Leo Lesser Ury (geb. Leiser Leo Ury; * 7. November 1861 in Birnbaum, Provinz Posen; † 18. Oktober 1931 in Berlin) war ein deutscher Maler und Grafikerder impressionistischen Berliner Secession. Seine Motive waren anfangs Landschaften, Großstadtbilder und Stillleben, in seiner Spätzeit schuf er auch Monumentalbilder mit biblischen Motiven.
Nach Jahren der künstlerischen Ausbildung in Düsseldorf, Brüssel, Paris und München ließ sich Lesser Ury 1887 endgültig in Berlin nieder. Die Faszination für das großstädtische Leben war bereits während seines Aufenthalts in Paris geweckt worden. Vor allem aber für die Weltstadt Berlin empfand Ury ab dem ersten Moment eine ganz besondere Sympathie. Dies schlug sich so sehr in seiner Kunst nieder, dass er zu seinem 60. Geburtstag vom Oberbürgermeister Berlins als „künstlerischer Verherrlicher der Reichshauptstadt“ geehrt wurde.
In der pulsierenden, sich rasant entwickelnden Metropole an der Spree fand Ury bunt belebte Boulevards, strahlende Kaffeehäuser und das hektische Treiben unzähliger Passanten. Das moderne urbane Leben, wie es sich auch nachts in die von Gaslaternen, später von elektrischem Licht erhellten Straßen ergoss, lieferte dem Maler eine Fülle faszinierender Motive. Bei Lesser Ury sind Straße und Kaffee Schauplätze zufälliger Begegnungen. In seinen atmosphärischen Szenerien bewegen sich elegant gekleidete Herren mit Zylinder und Stock, junge Damen mit modischem Hütchen und langen mit Pelzkragen besetzten Mänteln, warten Passanten auf Pferdedroschken oder überqueren eilend regenasse Fahrbahnen. Warmes Licht aus den Schaufenstern der Läden oder Kaffees verwischt sich mit flüchtigen Schatten schemenhaft wiedergegebener Häuserschluchten.
Stadtbewohner, Flaneure und Reisende aus aller Welt inspirierten ihn zu seinen unkonventionellen, mit dunkler Farbpalette ausgeführten Kompositionen. Seine durch neue optische Eindrücke inspirierten stimmungsvollen Großstadtbilder, veränderten nicht zuletzt bekannte Sehgewohnheiten. Daher mag es nicht verwundern, dass die heute zu den größten Meisterwerken der deutschen impressionistischen Malerei zählenden Straßenszenen, Urys damaliges Publikum irritierten oder zuweilen sogar verstörten.