Älterer Afghanischer Kriegsteppich mit AK47 (Kalaschnikow)

Maße ohne Fransen ca. 190 cm x 117 cm

Material: Wolle

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Afghanische Kriegsteppiche (qualin-e dschihad oder war aksi;[1] englisch Afghan war rugs) sind handgeknüpfte, zumeist schafwollene Teppiche aus Afghanistan und Pakistan, die militärische Objekte und Motive des Kriegs abbilden. Die Motive sind ein Ergebnis der afghanischen Kriegskonflikte der jüngeren Geschichte. Sie zeigen aber auch die Terroranschläge auf das World Trade Center vom 11. September 2001 und Motive aus dem Krieg gegen den Terror.

Kriegsteppiche lassen sich je nach Funktion in Propaganda-, Sieges-, Stadt-, Gedenk- und Souvenirteppiche unterscheiden.
Entstehung
Die genauen Umstände der Entstehung von Kriegsteppichen sind noch nicht eindeutig geklärt. Afghanistan kann, ebenso wie seine Nachbarstaaten, auf eine lange Geschichte der Teppichherstellung zurückblicken. Beim Einmarsch der Sowjetunion im Jahr 1979 flüchteten viele Afghanen in das Nachbarland Pakistan. Die Kriegserfahrungen der Flüchtlinge flossen unmittelbar in die Teppichgestaltung ein. Teppichspiegel und Bordüre zeigten plötzlich einen Mix aus traditionellen Ornamenten und aufgereihten Handgranaten, Panzern, Helikoptern, Panzerfäusten und Sturmgewehren der russischen Marke Kalaschnikow (AK 47). Im Ausland wurden diese Teppiche oft als stiller Hilferuf verstanden. In der Regel vernichteten die sowjetischen Besatzer diese Teppiche, wenn sie ihrer habhaft wurden.

Eine neue Variante entstand nach dem Abzug der Roten Armee 1989, die sogenannten „Siegesteppiche“ (Victory over the Soviets rugs). Diese Teppiche zeigten zumeist Land- oder Regionalkarten von Afghanistan. Eine weitere Neuheit war die Abbildung einer Figur mit Hammer und Sichel auf der Stirn, der „Sowjetische Hampelmann“. Damit war der verbliebene kommunistische Präsident Mohammed Nadschibullāh gemeint, der als Moskaus Marionette wahrgenommen und 1992 gestürzt wurde.[4] Die 1990er Jahre waren durch einen anschließenden Bürgerkrieg geprägt, den regionale Warlords der Mudschaheddin gegeneinander ausfochten und aus dem die Taliban als Sieger hervorgingen.

Mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und dem anschließenden NATO-Einsatz unter Federführung der USA kam es zu weiteren Bildvarianten. Ein häufiges Teppichmotiv waren nun die gezielten Flugzeugabstürze auf das World Trade Center in New York. Auch tauchte statt der sowjetischen nun westliche Waffentechnik als Teppichornament auf. So wurde beispielsweise die sowjetische MiG-21 durch US-amerikanische F-16-Bomber ersetzt. Eine Neuerung seit dem Jahr 2014 ist die Abbildung von Kampfdrohnen.

Aufgrund ihrer bizarren Bildsprache haben Kriegsteppiche einen hohen Wert bei Sammlern und Galeristen. Nach dem 11. September 2001 verdoppelte sich der Preis im Vergleich zu handelsüblichen Orientteppichen. Die anonym produzierte Volkskunst lässt enorme Handelsspannen vermuten. Inwieweit es sich um wirkliche Volkskunst oder vielmehr um professionell gefertigte Auftragsarbeiten handelt, ist nicht klar.
Quelle: Wikipedia