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Eugen Spiro
1874 Breslau - 1972 New York

Der österreichische Opernsänger (Bassist) Emanuel List
Originale Lithographie, New York um 1946/1949
ca. 35.7 x 27.7 cm (Blattgröße), ca. 18 x 15.5 cm (Darstellungsgröße)
mittig von Emanuel List im Stein signiert
rechts unten von Eugen Spiro handsigniert

Werkverzeichnis:
Wilko von Abercron: Eugen Spiro. Spiegel seines Jahrhunderts, Asbach 2003, S. 285 (mit Abbildung), WVZ-Nr.: D-L-104

Ausstellungen:
- Eugen Spiro. Retrospektive, Galerie von Abercron Köln, 1978, Abb. Katalog. S. 61
- Eugen Spiro. A Retrospective Exhibition, London, Jewish Cultural Centre, London 2004

Die als "Musiker-Lithographien" bekannt gewordenen Darstellungen berühmter Musiker entstanden in New York zwischen ca. 1946 bis 1952. Eugen Spiro, selber ein talentierter Amateurmusiker, dessen sicherer Strich und schnelle Hand beim zeichnerischen Erfassen in Künstlerkreisen legendär war, porträtierte während eines Konzerts den auftretenden Künstler mit dem Litho-Stift. Nach dem Konzert signierte der Musiker die ihm vorgelegte Zeichnung, um damit sein Einverständnis mit der Darstellung zu bekunden. Von diesem Blatt schuf Spiro die Lithographie, die er in einer nur geringen Auflage von ca. 20 bis 30 Blatt erscheinen ließ. Es handelt sich um in dieser Qualität und Authentizität besonder seltene Dokumente der klassischen Musik, die die berühmten europäischen Sänger, Pianisten, Geiger und Dirigenten zeigt. Musiker-Lithographien gehören zu den unverzichtbaren Exponaten fast jeder musealen Einzelausstellung zu Eugen Spiro bis heute.

Emanuel List (1888 Wien -1967 Wien) sang in den 1920er und 1930er Jahren in Berlin, Bayreuth und Wien. Wegen seiner jüdischen Abstammung mußte er 1934 in die USA emigrieren, wo er regelmäßig an der Metropolitan Opera in New York auftritt. Nach dem Krieg kehrte er 1950 nach Europa zurück und beendete seine Karriere in Berlin. Er galt als Prototyp des "schwarzen Basses" mit seiner nachdrücklichen Gestaltung von Bühnenbösewichten besonders bei Wagner, brillierte aber auch in komischen Rollen wie Osmin und Baron Ochs.

Informationen zum Künstler Eugen Spiro:

Museen mit Werken Eugen Spiros (Auswahl):
- Alte und Neue Nationalgalerie Berlin
- J
üdisches Museum Berlin
- Kunsthalle Bremen
- Belazel Museum Jerusalem
- The Jewish Museum London
- Schiller-Nationalmuseum Marbach
- Neue Pinakothek München
- Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
-
Musée de l'art Moderne Paris (Centre Pompidou)
- Carnegie Foundation Pittsburgh
- Fine Arts Museum San Francisco
- Museum Tel Aviv.

Literatur:
- Abercron, Wilko von: Eugen Spiro. Spiegel seines Jahrhunderts. Werkverzeichnis und Monographie, Alsbach 1991
- Heilmann, Angela: Die Münchner Akademie um 1900. Franz von Stuck und seine Schüler Max Ackermann, Fritz Arlt, Ludwig Kirschner, Richard Pietzsch, Hans Purrmann, Eugen Spiro, Bernhard Wenig, Fritz Wimmer, Ausstellungskatalog des Museums Langenargen 2014
- Jaffa, Alisa: Eugen Spiro. A Retrospective, London 2004
- Łagiewski, Maciej: Eugen Spiro (Wrocław 1874 - Nowy Jork 1972), Wroclaw 2002
- Liebrecht, Vera: Eugen Spiro. Leben und Werk, Aachen 1987
- Richter, Klaus: Eugen Spiro: Musikerporträts (1915-1953), in: Große Schauspieler um Max Reinhardt. Ausstellung im Kunstamt am Tiergarten, Berlin 1979
- Scheyer, Ernst: Eugen Spiro und Clara Sachs. Beiträge zur neueren schlesischen Kunstgeschichte, München 1977
- Spiro Eugen. Texte von Irmgard Wirth und Friedrich Ahlers-Hestermann zur Ausstellung Berlin 1969, gedruckt anläßlich Spiros 96. Geburtstags 1970
- Spiro, Eugen: Retrospektive. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphik. Anläßlich einer Ausstellung der Galerie von Abercron 1978, Köln/München 1978
- Spiro, Peter: Nur uns gibt es nicht wieder. Erinnerungen an meinen Vater Eugen Spiro, Köln 2010
- Irmgard: Eugen Spiro. Ein Querschnitt durch das malerische und graphische Werk, Berlin 1969

Eugen Spiro zählt zu den wichtigen Vertretern des deutschen Impressionismus und war einer der bekanntesten und gesuchtesten Porträtisten in Paris und Berlin der 1. Hälfte des 20. Jahrhundert. Von Breslau führte ihn sein Weg über München (Meisterschüler bei Franz von Stuck, Münchner Sezession, regelmäßige Veröffentlichungen in der "Jugend") nach Berlin (bis 1935 im Vorstand der Berliner Sezession, enger Freund Lovis Corinths und Leo von Königs) und nach Paris (Café du Dôme). Ab 1914 wieder in Berlin, avancierte er zum Maler der künstlerischen und gesellschaftlichen Elite der Weimarer Republik, und setzte diese Karriere auch fort, als er 1935 wegen seiner jüdischen Herkunft vor den Nazis nach Paris emigrieren musste und schließlich 1941 auf Fürsprache Thomas Manns bei Präsident Roosevelt in die USA übersiedeln konnte. Zu seinen bekanntesten und oft reproduzierten Porträts zählen Bildnisse Thomas Manns, Gerhart Hauptmanns, Leni Riefenstahls, Ernst Tollers und seines Neffen, des Malers Balthus.


Blatt am unteren Rand etwas stauch- und knickfaltig. Rechte obere Ecke leicht angeschmutzt (in natura nicht so deutlich sichtbar wie auf Foto), außerhalb der Darstellung.



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