Ilse Decho (* 1915 Leipzig - 1978 ebd.) erarbeitete sich seit den 1950er-Jahren den Ruf, zu den bedeutendsten Glas-
und Porzellangestalter/-innen zu gehören. 1974 erhielt sie eine Professur an der
Hochschule für Industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein, Halle.
An der Abendschule der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe
Leipzig (jetzt: Hochschule für Grafik und Buchkunst) erhielt Ilse Decho die Grundlagen
für ihre künstlerische Arbeit. Ein Studium konnte sie, bedingt durch den Krieg, erst
1947 bis 1950 an der Kunstgewerbeschule Leipzig in der Fachrichtung Glasveredelung
bei Lieselotte Oehring-Hoehne absolvieren.
Viele Entwürfe von Ilse Decho wurden im Sinne des Bauhauses zur Grundlage
industrieller Fertigung. Für den VEB Glaswerk Schott & Gen. Jena entwickelte sie das
von dem Bauhäusler Wilhelm Wagenfeld kreierte feuerfeste Glasgeschirr weiter.
Begehrt war das gläserne Teeservice. Formschön und praktisch konnten die stapelbaren
und mehrseitig verwendbaren Koch-, Back- und Bratgefäße zeitsparend "vom Herd zum
Tisch" gestellt werden. Dem folgte später das feuerfeste weiße Porzellan. Legendär
wurde das vielteilige Kaffee- und Speiseservice "Daphne" mit geriffelter Basis,
hergestellt im VEB Porzellanwerk "Graf von Henneberg" Ilmenau.
Viele Werke von Ilse Decho und einen Teil ihres Nachlasses bewahrt das GRASSI
Museum für Angewandte Kunst Leipzig auf. Seit 2000 trägt eine Straße in Leipzig Ihren Namen.
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