Sie bieten auf eine eigenhändige, signierte Postkarte des deutsch-österreichischen Astronomen und Geodäten Richard Schumann (1864-1945).

Datiert Waidhofen an der Ybbs, den 12. September 1916. --- Damals war Schumann Professor für Geodäsie und sphärische Astronomie an der Technischen Hochschule Wien.


Gerichtet an das Zentralbüro der Internationalen Erdmessung in Potsdam, deren Direktor Richard Schumann von 1909 bis 1911 gewesen war.


Transkription: "Den Empfang des Band V der Resultate und des Schweydar'schen Aufsatzes 'Die Bewegung der Drehachse...' bestätige ich dankend. Hochachtend Schumann."


Bezogen auf das 5. Heft der Reihe "Resultate des internationalen Breitendienstes" (Berlin, Georg Reimer 1916), das vom Zentralbüro der Internationalen Erdmessung herausgegeben wurde, und den Aufsatz "Die Bewegung der Drehachse der elastischen Erde im Erdkörper und im Raume" des deutsch-schweizerischen Geophysikers und Geodäten Wilhelm Schweydar (1877-1959), Observator am Königlich Preußischen Geodätischen Institut in Potsdam; erschienen in: Astronomische Nachrichten, Band 203 (Jg. 1916), Heft 7, S. 101-116.


5-Heller-Ganzsache (9 x 14 cm); mit zwei Zensurstempeln "überprüft Wien 1".


Rückseitig blanko.


Zustand: Papier gebräunt und fleckig; mit kleinen Eckknicken. Bitte beachten Sie auch die Bilder!

Interner Vermerk: FM 26-09-27 Stoffregal Handschrift, Manuskript, Autogramm, Autograph, Wissenschaft


Über Richard Schumann und Wilhelm Schweydar (Quelle: wikipedia):

Richard Schumann (* 9. Mai 1864 in Glauchau; † 2. Februar 1945 in Wien) war ein deutsch-österreichischer Astronom und Geodät.

Leben und Wirken: Nach Studium und Promotion im Jahr 1888 bei Heinrich Bruns an der Universität Leipzig war Schumann durch Vermittlung von Friedrich Robert Helmert ab 1902 zunächst Ordinarius für Vermessungskunde an der TH Aachen und zugleich bis 1909 Direktor des Zentralbüros für Internationale Erdmessung. Während dieser Zeit wurde er zweimal zum Dekan seiner Fakultät gewählt. Daran anschließend wurde er 1911 an die Technische Hochschule Wien als Professor für Geodäsie und sphärische Astronomie berufen. Im Studienjahr 1914/15 wurde er zum Rektor der Technischen Hochschule gewählt.

Neben seiner Lehrtätigkeit machte er sich um die Grundlagenvermessung Österreich-Ungarns verdient und führte u. a. hochpräzise Azimutmessungen im Netz 1. Ordnung durch, die sich noch 80 Jahre später in einer Diplomarbeit als Nullmessungen für geodynamische Untersuchungen verwenden ließen.

Er befasste sich – ähnlich wie Karl Friedrich Küstner in Bonn – mit genauen Untersuchungen der terrestrischen Polbewegung und ihrer Periodik (siehe Chandler-Periode).

Sein Nachfolger als Geodäsieprofessor wurde 1936 Friedrich Hopfner (1881–1949).

Im Jahr 1917 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Für seine Verdienste wurde Schumann im Jahr 1926 zum Dr. Ing. E. h. der TU Berlin ernannt und erhielt im Jahr 1942 die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft überreicht.

Schumann, der Sohn eines Kaufmannes und Großneffe von Robert Schumann, war verheiratet mit Erna Jastram. Das Paar hatte eine Tochter und einen Sohn.

Schumann war Mitglied der Wiener Burschenschaft Eisen.

Werke (Auswahl)

Über den Gang der Pendeluhr F. Dencker XII, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1888, OCLC 785862727 (Inaugural-Dissertation (Ph. D.) Universität Leipzig 1888, 32 Seiten) (Separatabdruck aus den Berichten der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaft, 1888).

Grönland-Expedition der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1891–1893, unter Leitung von Erich von Drygalski, W.H. Kühl, Berlin 1897 OCLC 13624211.

Bestimmung der Polhöhe und der Intensität der Schwerkraft in der Nähe des Berliner Meridians von Arkona bis Elsterwerda sowie auf einigen anderen Stationen nebst Azimutmessungen auf drei Stationen …, Berlin, P. Stankiewicz, 1902.

Ergebnisse einer Untersuchung über Veränderungen von Höhenunterschieden auf dem Telegraphenberge bei Potsdam, Berlin, P. Stankiewicz, 1904.

Numerische Untersuchung über Polhöhenschwankung und Aberrationskonstante, Mauke, Hamburg 1906.


Wilhelm Karl Schweydar (* 8. Dezember 1877 in Namiest; † 11. Juli 1959 in Muralto; heimatberechtigt in Brione) war ein deutsch-schweizerischer Geophysiker und Geodät.

Leben: Wilhelm Schweydar übersiedelte 1888 mit seinen Eltern vom zur Markgrafschaft Mähren und somit zu Österreich-Ungarn gehörenden Namiest nach Schlawa bei Glogau in Preußisch-Schlesien und erwarb durch Naturalisation die preußische Staatsangehörigkeit. Nach dem Besuch des katholischen humanistischen Gymnasiums in Glogau studierte er von 1898 bis 1903 an der Universität Leipzig sowie an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Astronomie, Mathematik und Physik. Während des Studiums wurde er Mitglied der Burschenschaft Suevia Leipzig im ADB. Er war von 1903 bis 1904 Assistent am Astrophysikalischen Observatorium in Potsdam und wurde 1904 in Heidelberg mit seiner Dissertation Untersuchungen der Oscilationen der Lotlinie auf dem astronomischen Institut zu Heidelberg zwischen Juli 1901 und Juli 1902 promoviert. Anschließend war Wilhelm Schweydar von 1905 bis 1926 in Potsdam am Königlich Preußischen Geodätischen Institut (ab 1917 Preußisches Geodätisches Institut) tätig, wo er am 1. Januar 1905 wissenschaftlicher Mitarbeiter und 1911 zum Observator befördert wurde. Im Jahr 1914 habilitierte er sich mit seiner Habilitationsschrift Methoden zur Erforschung des Erdinnern als Privatdozent für Geophysik und bekam den Titel Professor verliehen. Im Jahr 1920 wurde er zum Honorarprofessor an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin ernannt. Am 1. November 1923 wurde Wilhelm Schweydar Leiter der Abteilung Geophysik am Preußischen Geodätischen Institut.


Wilhelm Schweydar verließ am 1. Januar 1926 aus Gesundheitsgründen das Geodätische Institut mit der gesetzlichen Pension und verlegte 1929 seinen Wohnort in den Kanton Tessin in die Schweiz. 1939 erwarb er das Schweizerische Bürgerrecht und wurde Bürger von Brione.


Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Betätigung stand die Beschäftigung mit den Deformationen des Erdkörpers und mit der Bewegung der Drehachse im Erdkörper. Er verbesserte die Eötvössche Drehwaage, wobei die nach seinen Angaben von den Askania-Werken gebauten Instrumente zur damaligen Zeit wesentliche Grundlagen für die angewandte Gravimetrie erbrachten. Er besaß ein Patent für einen Erschütterungsmesser, den er aber nicht ausführen ließ.


Wilhelm Schweydar wurde am 24. November 1921 unter Matrikel-Nr. 3459 als Mitglied der Fachsektion Mathematik und Astronomie in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen.[2] Er gehört zu den 24 Gründungsmitgliedern der am 19. September 1922 in Leipzig gegründeten Deutschen Seismologischen Gesellschaft, der heutigen Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft.