Schöne alte Koran-Handschrift, wohl aus Konya, um 1750, ein beidseitig beschriebenes Blatt im Naskh-Stil mit Papierverlust in den unteren Ecken und deutlichen Gebrauchsspuren, siehe Fotos. Blattformat 170 x 110 mm.
Das Blatt stammt aus einer prachtvoll gestalteten Koran-Handschrift, die vermutlich um 1750 in der Region Konya im Osmanischen Reich entstanden ist. Die beiden Seiten sind auf Arabisch verfasst und in einer dekorativen, sehr sorgfältig ausgeführten Naskh-Schrift – oder einer osmanischen Variante davon – geschrieben. Diese Schriftform war im Osmanischen Reich besonders für religiöse Manuskripte gebräuchlich. Die Kalligraphie ist sorgfältig ausgeführt, und die Vokalisierung – die kleinen Markierungen über und unter den Konsonanten – ist vollständig und in Rot gehalten, was typisch ist, um die korrekte Rezitation zu erleichtern. Die Verseabteilung wird durch goldene Punkte markiert, die vermutlich die Versenden kennzeichnen.
Die beiden Seiten enthalten die Verse 283 ff aus der Sure Al-Baqara (Die Kuh). Die Basmala auf der zweiten Seite sowie der mysteriösen Buchstaben („Alif Lam Mim“) zu Beginn von Sure 3 belegen, dass die Abschrift einem koranischen Standardformat folgt. Das Fragment endet mit dem krönenden Abschluss von Sure Al-Baqara (Vers 286, ein häufig rezitiertes Bittgebet) und leitet nahtlos zur Sure Al-‘Imran über.
Die Manuskriptgestaltung mit grün hinterlegten Titeln, roter Vokalisation und Punktornamentik ist stilistisch eindeutig osmanisch geprägt. Die Region Konya war im 18. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum für islamische Bildung und Handschriftenproduktion. Papierqualität, Tintenverwendung und künstlerischer Aufbau dieser Seiten sprechen für eine Entstehung in dieser Umgebung um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Die hohe kalligraphische Qualität sowie der ausgewogene Einsatz von Farbe und Ornament deuten auf eine geschulte Hand und eine wertschätzende Nutzung im religiösen oder schulischen Kontext hin.