„Erfindung des Büchsen-Pulvers“ und „Der Veits-Tanz“. 2 Original-Kupferstiche um 1694. Bildformat je ca. 60 x 85 mm auf der Vorder- und Rückseite des Blattes (190 x 115 mm) mit Beschreibung der Begebenheit.
Der Ausdruck Veitstanz / Tanzwut (lateinisch Epilepsia saltatoria), auch Tanzkrankheit, Tanzsucht, Tanzplage oder Choreomania genannt, bezeichnet eine insbesondere im 14. und 15. Jahrhundert aufgetretene epidemische Erscheinung, die als psychogenes und massenhysterisches Phänomen beschrieben worden ist. Große Gruppen von Menschen (genannt dansatores, chorisantes oder chorisatores) tanzten, bis ihnen Schaum aus dem Mund quoll, Wunden auftraten und sie erschöpft zusammenbrachen. Ursprünglich war die Tanzwut als Veitstanz bekannt, welcher jedoch (als „großer Veitstanz“ bzw. „Chorea major“) auch Symptome der erblichen Krankheit Chorea Huntington bezeichnete. Die Bezeichnung Veitstanz bezieht sich auf den Heiligen Veit, da dieser in solchen Fällen, aber auch bei der Tanzwut, um Hilfe gebeten wurde.
Das
Schwarzpulver war schon lange, bevor es in Europa entdeckt wurde, den
Chinesen, Arabern und Indern bekannt, die es für Feuerwerkskörper
benutzten. Als es dann von dem englische Franziskaner Roger Bacon (1212
bis 1294) entdeckt und mit dem Teufel in Verbindung gebracht wurde hielt
man es unter den Alchimisten geheim.
Kaum
eine andere Erfindung hat die Kriegsführung mehr verändert wie die
Erfindung des Schießpulvers. In Europa wird das Schießpulver angeblich
um 1313 von dem Mönch Berthold Schwarz (Berthold der Schwarze,
Bertholdus Niger) erfunden bzw. weiterentwickelt. Andere Quellen
sprechen von der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Demnach soll er
auch 1388 wegen der verheerenden Wirkung der Erfindung zum Tode
verurteilt worden sein.