
Porte jupe 800er Silber antiker Biedermeier Rockheber um 1840 Filigranarbeit! 26-0468
Artikelbeschreibung
Antiker Biedermeier Rockheber um 1840 800er Silber Filigranarbeit Porte jupe
Dieser außergewöhnliche antike Rockheber ist ein seltenes und heute nahezu vergessenes Kleidungsaccessoire aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Stück ist aus geprüftem 800er Silber gearbeitet und wird von uns aufgrund seiner Konstruktion, der Gestaltung und der vollständig von Hand ausgeführten Filigranarbeit in die Zeit um 1840 bis 1850 eingeordnet. Als Herkunft erscheint eine deutsche beziehungsweise mitteleuropäische Arbeit plausibel. Eine genauere Werkstattzuordnung ist bislang leider nicht möglich. Auf der Rückseite befinden sich zwei alte Punzen. Die linke Marke wirkt bei genauer Betrachtung wie ein handschriftlich ausgeführtes W beziehungsweise ein stark stilisiertes Zeichen; die zweite rechteckige Marke enthält ebenfalls ein schwer lesbares, offenbar lateinisch beziehungsweise kalligrafisch gestaltetes Zeichen. Aufgrund des Alters und der sehr individuellen Ausführung möchten wir diese Marken nicht spekulativ einem bestimmten Meister oder Ort zuschreiben.
Die Funktion dieses ungewöhnlichen Stückes lässt sich anhand seiner Konstruktion sehr gut nachvollziehen. Solche Rockheber, Rockhalter oder Porte jupes wurden im 19. Jahrhundert an der Taille beziehungsweise am Gürtel getragen und dienten dazu, lange Röcke und Kleider beim Gehen anzuheben. Gerade auf unbefestigten Wegen, bei Regen, Schlamm oder Staub war es für eine Dame äußerst praktisch, den langen Rocksaum nicht ständig mit der Hand halten zu müssen. Der Stoff konnte aufgenommen und mit der großen halbkreisförmigen Nadelkonstruktion fixiert werden. Das gesamte Stück wurde anschließend über den rückseitigen breiten Haken an Gürtel oder Taillenband getragen. Historische Rockheber dieser Art verbinden damit auf besonders reizvolle Weise einen praktischen Alltagsgegenstand mit einem aufwendig gearbeiteten Schmuckstück.
Das obere Element besteht aus einem großen, halbkreisförmigen Bügel mit einer langen durchgehenden Nadel und Schraubmechanismus. Diese Konstruktion ist auffallend massiv und funktional ausgeführt und war dazu bestimmt, Stoff sicher zu erfassen beziehungsweise zu halten. Über eine kurze bewegliche Kettenverbindung ist der untere Schmuckteil befestigt, wodurch sich das gesamte Stück beim Tragen flexibel bewegen konnte.
Besonders bemerkenswert ist die außerordentlich feine Handarbeit des unteren, annähernd harfen beziehungsweise hufeisenförmigen Schmuckelementes. Der äußere Rahmen umschließt ein ausgesprochen filigranes Geflecht aus feinsten Silberdrähten. Kleine spiralförmig aufgerollte Ornamente, geschwungene Bögen und winzige Blütenmotive wurden einzeln gearbeitet und zu einem harmonischen, symmetrischen Dekor zusammengesetzt. Gerade in der Nahaufnahme erkennt man, wie viel handwerkliche Arbeit in diesem Stück steckt: jede kleine Spirale, jede Blüte und jeder gebogene Draht wurde von Hand geformt, angepasst und verlötet. Die dunkle, über Jahrzehnte entstandene Patina liegt heute in den Vertiefungen und betont diese feine Filigranstruktur besonders schön.
Im Zentrum befindet sich ein längliches plastisches Ornament, das an ein stilisiertes antikisierendes Gefäß, eine Amphore oder einen Köcher erinnert. Darüber sitzt ein fächer beziehungsweise palmettenförmiges Schmuckelement. Diese Kombination aus klassizistisch beeinflusster Form und feiner floraler Drahtarbeit passt sehr schön in die Schmuckgestaltung des Biedermeier und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Auf der Rückseite des Schmuckteils befindet sich der breite, massive Haken, über den der Rockheber vermutlich am Gürtel beziehungsweise an der Taille getragen wurde. Gerade dieser Haken in Verbindung mit der großen Nadelkonstruktion zeigt, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Brosche handelt, sondern um einen funktionalen Rock beziehungsweise Kleidhalter.
Material: geprüftes 800er Silber
Datierung: ca. 1840 bis 1850
Epoche: Biedermeier, Mitte 19. Jahrhundert
Objektart: Rockheber, Rockhalter, Kleidhalter, Porte jupe, Skirt Lifter
Herkunft: vermutlich deutsch beziehungsweise mitteleuropäisch
Gesamtlänge: ca. 13 cm
Maximale Breite des filigranen harfenförmigen Schmuckelementes: ca. 35 mm
Maximale Breite im Bereich der großen Rocknadel: ca. 80 mm
Gesamtgewicht: ca. 43,1 g
Materialausführung: filigrane Silberdrahtarbeit mit floralen und spiralförmigen Ornamenten
Befestigung: große halbkreisförmige Nadelkonstruktion mit Schraubmechanismus sowie rückseitiger Gürtelhaken
Punzen: zwei alte, bislang nicht eindeutig zugeordnete Marken; eine davon möglicherweise in Form eines stilisierten handschriftlichen W
Zustand:
Der Zustand dieses nahezu 180 Jahre alten Stückes ist für sein Alter außergewöhnlich schön. Der Rockheber stammt aus einer alten Sammlung und wird von uns genau in dem Zustand angeboten, in dem wir ihn übernommen haben. Er wurde von uns weder poliert noch gereinigt oder anderweitig aufgearbeitet. Die historische Oberfläche, die dunkle Patina in den Vertiefungen und sämtliche altersbedingten Spuren wurden bewusst erhalten. Gerade bei einem historischen Silberobjekt dieser Art ist für uns der gewachsene Originalzustand ein wesentlicher Bestandteil seines Charakters und seiner Geschichte.
Die feinen Filigranarbeiten, kleinen Drahtspiralen, Blüten und Verbindungselemente sind eindrucksvoll erhalten und vermitteln bis heute die hohe handwerkliche Qualität dieser Arbeit. Ein ausgesprochen dekoratives und zugleich kulturhistorisch faszinierendes Sammlerstück, das einen unmittelbaren Einblick in die Kleidung und den Alltag einer Dame des 19. Jahrhunderts vermittelt.
Ein solcher Rockheber war damals nicht einfach nur ein Gebrauchsgegenstand. Er wurde sichtbar an der Kleidung getragen und entsprechend aufwendig gestaltet. Gerade dieses Exemplar zeigt sehr schön, wie selbstverständlich Funktion und Schmuck miteinander verbunden wurden. Was heute ungewöhnlich erscheint, war für eine Dame mit bodenlangem Kleid auf Straßen, Gartenwegen und Treppen ein äußerst praktischer Helfer.
Lieferung:
Die Lieferung erfolgt sorgfältig und sicher verpackt in einem passenden neutralen Etui beziehungsweise einer geeigneten schützenden Schmuckverpackung.
Zertifikat:
Auf Wunsch erstellen wir zu diesem historischen Stück ein Zertifikat unseres Hauses mit Foto sowie den wesentlichen Angaben zu Material, Datierung, Maßen, Gewicht, Ausführung und Beschreibung entsprechend den Angaben dieses Angebotes.
Rückgaberecht:
Sie erhalten ein 14 tägiges Rückgaberecht. Voraussetzung ist die Rückgabe des Artikels im unveränderten Zustand und mit unserem gegebenenfalls angebrachten Original Siegel.
Über uns:
Wir sind für Sie seit über 26 Jahren vor Ort, direkt an der Nikolaikirche, und Ihr Spezialist für hochwertigen Schmuck, Uhren, Münzen, Antiquitäten und außergewöhnliche historische Einzelstücke. Jedes Objekt wird von uns sorgfältig begutachtet, beschrieben und fotografiert. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Stücke mit Geschichte, bei denen neben Material und handwerklicher Qualität auch die ursprüngliche Funktion, die Epoche und der individuelle Charakter erhalten geblieben sind. Mit unserer langjährigen Erfahrung stehen wir für einen seriösen Handel und einen verantwortungsvollen Umgang mit historischen Schmuck und Kunstobjekten.
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