Keine Designvorlage Rezension in: Deutsches Atlantikwall-Archiv, Nachrichten, Heft Nr. 34/1999 „Von uns bereits mit einigen Vorschußlorbeeren bedacht, festigt das Autorenteam Fröhle/Kühn weiterhin seinen exzellenten Ruf, komplexe Themen allgemeinverständlich darzustellen. Das vorliegende Buch im Heftformat behandelt die Festungsgeschichte Helgolands nach dem 1. Weltkrieg und schließt somit direkt an den unlängst erschienenen 1. Teil an. Es ist nicht nur für den Freak, sondern vor allem für das Massenpublikum verfaßt, was aber der ordentlichen Aufbereitung des Themas keinerlei Abbruch tut. Gekonnt dividieren die Autoren das Unter-, Neben-, Über- und Ineinander der verschiedensten Festungsanlagen auf der Insel Helgoland auseinander. Die Umsetzung der alten Baupläne ist hervorragend gelungen, seltenes Bildmaterial macht das Buch zu einem Leckerbissen für den Marineartilleriefan. Etliche Gesamtüber-sichtsskizzen über die Insel veranschaulichen den festungsspezifischen Lebenslauf der Insel. Viel Wissenswertes wird auch über Helgoland als U-Boot-Basis vermittelt, manchem Leser vielleicht als solche gar nicht bewußt. Durch den Bauzeitraum bedingt, erhält der Leser Einblicke in die deutsche Festungsbaukunst vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Speziell für die Konzeption von Marineküstenbatterien auf engstem Raum vermitteln die Autoren wertvolle Einblicke. In dieser Bauzeit fanden noch keine serienmäßig hergestellten „Regelbauten“ Anwendung, sondern die Festungswerke wurden Bauwerk für Bauwerk speziell den topographischen Gegebenheiten und taktischen Erfordernissen angepaßt. Die Verquickung mit Anlagenresten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges ergab dann eine für Deutschland höchst seltene Kombination. Mit Berichten und Tagebuchauszügen verdeutlichen die Autoren schließlich die Sprengung der Insel, die zugleich das Ende Helgolands als Festung markierte. Das Buch gehört nicht "nur" in den Beutesack einer Butterfahrt - letztere finden mit den neuen Zollbestimmungen ohnehin bald ihr Ende -, sondern daheim ins Bücherregal! Eine Diskussion über oder eine Exkursion. Softcover broschiert, 112 Seiten, DIN A4, 79 Fotos, Risse und Pläne