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Porzellan Wappenteller :
FREIHERR VON KOTWITZ (KOTWITZ, KOTWITZS)
wohl 19. Jhdt.
1. Beschreibung/Zustand:
Sehr dekorativer Porzellanteller mit Wappendarstellung der schlesischen Adelsfamilie von Kottwitz.
Wappenbeschreibung: Das Wappen ist von Rot und Silber geviert und belegt mit einem Herzschild, darin ein silberner Balken. Auf dem Hauptschild ruhen zwei Helme mit rot-silbernen Decken, auf jedem ein mit der Rundung aufliegender, halber silberner Mühlstein. Je in der Mitte besteckt mit einem drei schwarze Hahnenfedern tragenden roten Schaft.
Mit Goldrand, mittig mit handbemalten Adelswappen; ohne Porzellanmarke.
Durchmesser: 24cm
Insgesamt guter bis sehr guter Gesamtzustand. Golddekor gut erhalten, mit Sprung mittig (siehe Foto 4 und 5). Fotos sind Teil der Artikelbeschreibung. Sehr dekorativ.
2. Hintergrundinformationen Adelsgeschlecht Kottwitz:
Eine schlesische Adelsfamilie von Kottwitz, von Kotwitz, von Kotwitzs stammt aus einem gleichnamigen Stammhaus, deren Dorfgründungen, namens Kottwitz , bereits 1203 von Herzog Heinrich I. in einer Stiftungsurkunde des Klosters Trebnitz erwähnt wurde. Heute polnisch Kotowice bei Breslau. Es gab eine mährisch/böhmische, eine schlesisch/polnische, eine rheinische, eine fränkische und eine sächsische Linie derer von Kottwitz in der Zeit 1300–1400. Das Auflösen der komplizierten Familienbande ist Historikern noch nicht gelungen. Der Deutsche Orden spielt in der Karriere derer von Kottwitz eine bedeutende Rolle. Kaiser Karl IV. befreite 1367 Friedrich von Kottwitz wegen treuer Dienste in den polnischen Kriegen von sechzehnjährigen Steuern, bestätigte die Gnadenbriefe und versprach dessen Söhne in „königliche Bedienungen“ zu befördern. Im Sachsenspiegel wird um 1220–1235 das Geschlecht von Kottwitz, lateinisch Kottbus genannt und als aus Franken stammend tituliert. Dass dieses Geschlecht zuerst aus Mähren, dann Sachsen und Franken kam, belegen frühe Erwähnungen in alten Regesten um 864 beginnend.
Am 23. März 1721 Erhebung in den böhmischen Freiherrenstand zu Wien. Die umstrittene Mühlstein-Darstellung findet in den „Schlesischen Coriositäten....“, Wappenbuch 1720 Leipzig von Johannes Sinapius eine Antwort. 1570 heiratet Christoph von Kottwitz und Hartau die Tochter des Ritters Hans von Ebersbach u. Brunzelwalde. Diese vor 1400 aus Bayern stammenden von Ebersbach führten in ihrem Wappen zwei aufrechtstehende Mühlsteine mit drei rot-weiß-rot Straußenfedern in der Helmzier. Diese Mühlsteine werden später in der Wappengestaltung für die Freiherrenerhebung halbiert dargestellt. Diese Ebersbacher Helmzier wurde 1721 für das neue schlesische von Kottwitz – Wappen grafisch abgewandelt. Die vierfach im Schild abwechselnd geteilten Farben weiß-rot derer von Ebersbach werden nun im von Kottwitz-Wappen neu nur zweifachgekreuzt dargestellt. Diese schlesisch-poln. Linie führt den Namen Kottwitz, weil sie in einem Ort Kottwitz ansässig waren. Der vorherige Familienname soll Pochner aus Kärnten stammend gewesen sein, diese Annahme ist nicht bewiesen. Es ist mehr davon auszugehen, dass es sich auch um einen Zweig aus Franken stamment handelt, wie auch die sächsisch-böhmische Linie.