LENI  RIEFENSTAHL

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original  Autogramm auf einem Pressefoto ca. 17,5x23,5cm zu dem Film

 " Wer war Arnold Franck?" (Erstsendung: 27.09.1989)




Schauspielerin   - signed   -  signiert -   rar

 

original  SIGNIERT handsigniert Autogramm 

 

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 Leni Riefenstahl
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Leni Riefenstahl, 1923

Helene Bertha Amalie Riefenstahl (* 22. August 1902 in Berlin; † 8. September 2003 in Pöcking) war eine deutsche Tänzerin, Schauspielerin, Filmregisseurin und Fotografin.


Rezeption

Leni Riefenstahl war wegen ihrer Nähe zum Nationalsozialismus im Allgemeinen und zu Adolf Hitler persönlich eine der umstrittensten Figuren der Filmgeschichte. Ihren Filmen, allen voran Triumph des Willens, aber auch Sieg des Glaubens und Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht, wird vorgeworfen, in einer suggestiven und symbolischen Filmsprache, die nationalsozialistische Ideologie zu glorifizieren und wirkungsästhetisch zu legitimieren[1] – eine Kritik, die sie zeit ihres Lebens zurückwies.

Riefenstahl sah rückblickend ihre Fehler in ihrem „politischen Desinteresse“ und ihrer „damit zusammenhängenden Mitläuferschaft“. Ihren Aussagen nach ging es in ihrem künstlerischen Wirken stets um Ästhetik und nicht um Ideologie. Als Propagandistin habe sie sich damals nicht gesehen. Erst rückblickend sei es ihr möglich, Dinge anders zu betrachten – in der NS-Zeit hingegen habe sie im damaligen unkritischen Zeitgeist gelebt.[2] In späteren Interviews beteuerte sie stets, die NS-Verbrechen zu verurteilen, und wehrte sich gleichzeitig gegen jeden Versuch, ihr eine Schuld anzulasten. Als entscheidenden Makel in Riefenstahls Biographie sehen die meisten Kritiker die Tatsache an, dass sie bis an ihr Lebensende eine selbstkritische und tiefergehende Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit vermissen ließ.

Auch die von Riefenstahl geschaffene Ästhetik und ihre künstlerischen Verdienste sind umstritten. Sie hat aber keine sogenannte „faschistische Ästhetik“ entwickelt.[3] Nach 1938 wurde sie in England und den USA – und nach 1945 auch in Deutschland – weitgehend boykottiert.[4]

Die filmischen Ausdrucksmittel in Riefenstahls Reichsparteitagstrilogie und Olympia werden von vielen Filmwissenschaftlern und -regisseuren positiv bewertet. Als Markenzeichen dieser Filme sehen sie die idealisierte Darstellung von Kraft, Eleganz und Macht anhand muskulöser Körper oder mobiler Menschenmassen. Hinzu komme eine für die damalige Zeit revolutionäre, sehr dynamische Schnitttechnik sowie die Verwendung ganz neuer Kameraperspektiven. Ihre Tanzerfahrungen flossen in ihre Regiearbeiten ebenso ein wie das von ihrem Bergfilm-Mentor Arnold Fanck erlernte Gefühl für Landschaften und

Leni Riefenstahl wirkte 1925 in dem Film „Wege zu Kraft und Schönheit“ mit. Fasziniert von dem Film Der Berg des Schicksals von Arnold Fanck (1919), reiste sie in die Berge und traf dort den Hauptdarsteller Luis Trenker, dem sie einen an den Regisseur adressierten Brief überreichte. In Berlin kam es schließlich zu einer Begegnung zwischen Leni Riefenstahl und Arnold Fanck. Während sie am Meniskus operiert wurde, schrieb Regisseur Fanck für sie das Drehbuch zu Der heilige Berg. Nach ihrer Genesung begannen die Filmaufnahmen in den Dolomiten. Leni Riefenstahl lernte dafür Skilaufen und Bergsteigen. Als Tänzerin Diotima tanzte sie in dem Film Ausschnitte aus ihrem Tanzzyklus Die drei Tänze des Eros und adaptiert dazu die Choreographie. Außerdem begeisterte sie sich für das Filmhandwerk und eignete sich Kenntnisse über die Funktionen der Kamera an. Am 17. Dezember 1926 feierte der Film Der heilige Berg im Ufa-Palast am Zoo in Berlin seine Premiere. Vor dem Filmdebüt tanzte Leni Riefenstahl zum letzten Mal auf der Bühne. Diese erste Filmarbeit Leni Riefenstahls legte für ein Jahrzehnt ihre Rolle als Frau zwischen zwei Männern im Abenteuer- und Bergmilieu fest.

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...
Im Auftrag von Hitler drehte Leni Riefenstahl einen weiteren Reichsparteitagsfilm. Sie änderte ihre Firma in die „Reichsparteitagfilm GmbH“ um, da sie so den Film über den sechsten Reichsparteitag der NSDAP produzieren konnte. Die 1933 und 1934 entstandenen Filme Sieg des Glaubens über den „Reichsparteitag des Sieges“ der NSDAP und Triumph des Willens über den „Reichsparteitag der Einheit und Stärke“ wurden vermutlich von der Partei selbst finanziert. Mit dem vorgefertigten Filmmaterial von Walter Ruttmann war sie unzufrieden und übernahm selbst die Leitung für den Film. Sie arbeitete mit 170 Personen vom 4. bis zum 10. September in Nürnberg. Leni Riefenstahl benötigte sieben Monate für den Schnitt und die Fertigstellung des Films. Den in seiner Langfassung vier Stunden dauernden Film schnitt sie aus mehreren hundert Stunden Material zusammen, nutzte dabei innovative und suggestive Montagetechniken. Am 28. März 1935 hatte Triumph des Willens im Ufa-Palast in Berlin in Anwesenheit Hitlers Premiere. Analog zur perfektionierten choreographischen Selbstinszenierung der NSDAP inszenierte die Regisseurin mit filmischen Methoden ein stark verdichtetes Material, in dessen Mittelpunkt Hitler überlebensgroß als Führer stilisiert wird. Das Dokument der Propagandaveranstaltung wurde zum Instrument der Emotionalisierung des Publikums, zum Wunschbild nationalsozialistischer Massenverführung. Insbesondere die Szenen des Chors der Arbeitsfrontmänner und der Appell von SA und SS mit seiner monumentalen Massenchoreografie wurden als Ausschnitte immer wieder gezeigt und gelten als Inbegriffe nationalsozialistischer Selbstinszenierung. Gerade deswegen feierte deren Führung Triumph des Willens als Vorzeigestück für gelungene nationalsozialistische Propaganda und setzte das Werk als solches ein. Für den Film erhielt Leni Riefenstahl den Deutschen Staatspreis 1934/35, den Preis für den besten ausländischen Dokumentarfilm bei der Biennale in Venedig 1935 und die Goldmedaille bei der Weltfachausstellung Paris 1937. Zum Film erscheint das Buch Hinter den Kulissen des Reichsparteitagsfilms.[9]

Durch die aufwändigen Dreharbeiten zu Triumph des Willens wurden zahlreiche andere Produktionen des übrigen NS-Films vernachlässigt, da Riefenstahl viele Kameraleute für ihr Team beanspruchte. Dies führte in der Folge zu Anfeindungen zwischen Goebbels und der Filmemacherin, welche schließlich Hitler persönlich schlichten musste. Zeit ihres Lebens behauptete sie, gegen den Propagandaminister eine tiefe gegenseitige Abneigung gehegt zu haben.
Leni Riefenstahl mit Heinrich Himmler (links) während des Reichsparteitags Nürnberg bei Aufnahmen zu ihrem Film "Triumph des Willens" in der Luitpold-Arena am 9. September 1934

Die Wehrmacht, die 1934 noch als Reichswehr nach dem Tod Paul von Hindenburgs erstmals an einem Parteitag teilnahm, sah sich in Triumph des Willens zu wenig präsentiert. Daher drehte Leni Riefenstahl den 28-minütigen Kurzfilm Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht, einen Film über den siebten Reichsparteitag der NSDAP von 1935, der am 30. Dezember 1935 Premiere feierte. Der Film beginnt überaus lyrisch mit Nachtwache und Tagesanbruch in einer Zeltstadt, mit Schatten und Gegenlichtaufnahmen. Die Mittel des Films sind stereotyp, die Komposition überzeugt nicht. Riefenstahl selbst nannte ihre propagandistischen Inszenierungen rein dokumentarische Arbeiten, wobei sie unter dokumentarisch versteht, dass ein Film den Geist und/oder die Atmosphäre einer Veranstaltung widerspiegeln solle.

Die drei Filme Sieg des Glaubens, Triumph des Willens und Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht werden als „Reichsparteitagstrilogie“ bezeichnet.

Für Hitlers neue Welthauptstadt Germania waren auch die Riefenstahl-Studios bereits eingeplant – 26.000 Quadratmeter groß.

Die Honorare für die Parteitagsfilme und der Auftrag für die Dokumentation der Olympischen Spiele in Berlin ermöglichten Riefenstahl den Bau ihres Wohnhauses in Berlin.
Olympia-Filme

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Zwischen Leni Riefenstahl und Adolf Hitler spannte sich ein so starkes Band, dass es auch nach Hitlers Suizid 1945 und dem Untergang des „Dritten Reichs“ nicht riss. Riefenstahl hielt auch in der Folgezeit leidenschaftlich an ihrem eigenen Erinnerungsbild und ihrer persönlichen Überzeugung vom guten Menschen Hitler fest. Riefenstahl selbst behauptete, sie habe stark zwischen Adolf Hitler als Mensch und als Politiker differenziert. Das ist vergleichbar mit dem Verhältnis von Winifred Wagner oder Helene Bechstein (der Frau Edwin Bechsteins) zu Hitler.
Gründe für die Beziehung zu Hitler
Riefenstahl in Uniform beim Besuch deutscher Truppen des XIV. Armeekorps im besetzten Polen (1939)
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Leni Riefenstahl erlag den Verlockungen der Macht und war von Adolf Hitler und seinem Auftreten fasziniert. Für sie als erfolgsorientierte Künstlerin war es ein außerordentliches gesellschaftliches Privileg, an seiner Seite gesehen zu werden. Durch ihre enge Beziehung zu Hitler erlangte Riefenstahl äußerst vorteilhafte Begünstigungen in der Filmarbeit, und sie erhielt eine Sonderstellung bzw. wurde zum Aushängeschild des „Dritten Reichs“. Der „Führer“ akzeptierte und förderte Riefenstahls künstlerische Projekte, er schützte sie vor der Kritik, die sich aufgrund ihrer Sonderstellung ergab, und er verlieh ihr Anerkennung.

Aber auch für Hitler gab es neben seiner Bewunderung für Riefenstahls künstlerische Fähigkeiten Gründe für einen engen Kontakt mit ihr. Die Filmemacherin war noch am Beginn ihrer Laufbahn, so dass Hitler sie prägen und für seine Pläne einsetzen konnte. Seine Absicht war es, von Riefenstahl sein Ansehen fördern und seinem Regime ein Gesicht verleihen zu lassen, was mit der Parteitagstrilogie erfolgreich gelang.

    „Vier Paradefrauen habe ich gehabt: Frau Troost, Frau Wagner, Frau Scholtz-Klink und Leni Riefenstahl.“

– Adolf Hitler[15]

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..

Direkt nach der Besetzung von Paris telegrafiert Riefenstahl am 14. Juni 1940 ins Führerhauptquartier: „Mit unbeschreiblicher Freude, tief bewegt und erfüllt mit heissem Dank, erleben wir mit Ihnen mein Führer, Ihren und Deutschlands größten Sieg, den Einzug Deutscher Truppen in Paris. Mehr als jede Vorstellungskraft menschlicher Fantasie vollbringen Sie Taten, die ohnegleichen in der Geschichte der Menschheit sind. Wie sollen wir Ihnen nur danken? Glückwünsche auszusprechen, das ist viel zu wenig, um Ihnen die Gefühle auszusprechen, die mich bewegen.“[21]
Nachkriegszeit (1946 bis 1971)

1946 wurde Riefenstahl von der französischen Armee aus Tirol ausgewiesen, sie zog nach Breisach und anschließend nach Königsfeld im Schwarzwald. Die Nähe zu Adolf Hitler und ihre Tätigkeit als Regisseurin hatten sie bis 1945 zur vielbeachteten Künstlerin gemacht, doch in der Nachkriegszeit verkehrte sich diese Haltung ins Gegenteil. Riefenstahls Funktion im Dritten Reich blieb als großer Makel an ihr haften, entsprechend schwierig gestaltete sich die Suche nach potenziellen Sponsoren für neue Projekte. Deutschland boykottierte, im Gegensatz zu den USA und Japan, nach 1945 die Werke der Regisseurin. In der Nachkriegszeit ist besonders der Film Tiefland in die negative Kritik geraten. Riefenstahl hatte, um ihrem Film Authentizität zu verleihen, Sinti und Roma aus dem Salzburger Lager Maxglan bzw. dem Lager Berlin-Marzahn als Statisten von der Naziregierung angefordert, da aufgrund des Krieges der Filmdreh in Spanien nicht möglich war. 1948 wurde Riefenstahl angeklagt, die Sinti und Roma nicht entlohnt zu haben. Außerdem habe sie ihnen falsche Hoffnungen gemacht, indem sie den Sinti und Roma die Rettung vor der Zwangsverschleppung versprach. Der Sachverhalt war Gegenstand mehrerer Nachkriegsprozesse (1954/56, 1980/1981 ff.)[22]

Bis zuletzt hat Riefenstahl den Sachverhalt wider historische Evidenz verharmlost: Im April 2002 hat sie in der Frankfurter Rundschau behauptet: „Wir haben alle Zigeuner, die in Tiefland mitgewirkt haben, nach Kriegsende wiedergesehen. Keinem einzigen ist etwas passiert.“ Nach der Ankündigung des Rom e. V. am 7. August 2002, juristische Schritte gegen Riefenstahl unternehmen zu wollen, erklärte Horst Kettner von der „Leni Riefenstahl – Produktion“ in einem Brief an den Anwalt des Rom e. V., es handle sich um „ein Missverständnis“ und um eine „unglückliche Formulierung“. Riefenstahl habe diese Äußerung „nie so treffen“ wollen.

Viele der Sinti und Roma sind nach den Dreharbeiten in Konzentrationslager deportiert worden und dort ums Leben gekommen. Riefenstahl wurde zwar von der Anklage freigesprochen, doch die Geschehnisse während der Dreharbeiten von Tiefland sollten sie noch länger verfolgen. Im Jahre 1949 verklagte Riefenstahl die Illustrierte Das Ufer, welche die Vorwürfe gegen sie veröffentlichte. Es folgten weitere Prozesse aufgrund ihrer Propagandatätigkeit für die Nationalsozialisten.

Von 1948 bis 1952 wurde Leni Riefenstahl in vier Spruchkammerverfahren entnazifiziert und als „Mitläufer“ des Naziregimes eingestuft. Nach ihrem Umzug im Jahre 1950 nach München wurde 1954 der Film Tiefland in Stuttgart erstmals aufgeführt. Im Jahre 1958 wurden auch ihre Olympia-Filme erneut in den Kinos gezeigt. Der zweite Teil der Serie, „Fest der Schönheit“, wurde jedoch in „Götter des Stadions“ umbenannt. Wie auch Tiefland war die Neuauflage der Olympia-Filme ein finanzieller Misserfolg.

Im Jahre 1987 veröffentlichte Leni Riefenstahl ihre Memoiren, an denen sie bereits seit 1982 arbeitete. 42 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur wurden die Diskussionen um Riefenstahls Rolle während des Hitlerregimes wieder neu entfacht. In ihren Erinnerungen betont sie erneut den rein künstlerischen Aspekt ihrer Filmwerke und streitet jede weitergehende Motivation vehement ab. 1992 wurde der Regisseur Ray Müller für Riefenstahls Filmbiographie „Die Macht der Bilder“ mit dem „Emmy“ ausgezeichnet. Im Jahre 1996 folgte durch Johann Kresnik am Kölner Schauspielhaus eine Übertragung ihrer Biographie auf die Bühne sowie eine Werkschau von Riefenstahl in Mailand und Rom. Ein Jahr darauf, 1997, wurde erneut Riefenstahls Zwiespältigkeit innerhalb der Gesellschaft deutlich, als sie in den USA für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Dort erntete sie sowohl Zuspruch als auch Ablehnung des Publikums.

Im Februar 2000 flog Leni Riefenstahl nach zähen Verhandlungen um eine Einreiseerlaubnis in den durch jahrelangen Bürgerkrieg zerrütteten Sudan, um sich nach dem Schicksal der Nuba-Stämme zu erkundigen (siehe Abschnitt unten). Neu aufflammende Gefechte im Land erzwangen jedoch den sofortigen Abbruch des Unternehmens. Auf dem Rückflug von den Nubabergen stürzte der Hubschrauber nach einer Zwischenlandung in El Obeid ab. Alle Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall; Leni Riefenstahl wurde mit Frakturen (u. a. Rippenbrüchen) in eine deutsche Klinik eingeliefert.
Fotografin (ab 1971)

Fasziniert von Hemingways Roman „Die grünen Hügel Afrikas“ beschäftigte sich Leni Riefenstahl Mitte der fünfziger Jahre erstmals intensiver mit dem Kontinent. Sie plante, in Ostafrika den Film „Die schwarze Fracht“ zu drehen, in dem es um das real vorhandene Phänomen des modernen Sklavenhandels zwischen Afrika und südarabischen Ländern gehen sollte. Riefenstahl gründete die Produktionsfirma „Stern-Film GmbH“ und flog 1956 in den Sudan und nach Kenia. Zwar war sie von der Steppenlandschaft und den Menschen Ostafrikas begeistert, das Filmprojekt scheiterte aber trotzdem: Koproduzent und Geldgeber Walter Traut konnte es nach mehreren Monaten nicht mehr unterstützen, da das geplante Budget nach zahlreichen Pannen bereits früh aufgebraucht war.

In den folgenden Jahren scheiterten auch zwei weitere Afrika-Projekte: der Spielfilm „Afrikanische Symphonie“ und der Dokumentarfilm „Der Nil“. Mit wirtschaftlicher Planung schien Riefenstahl nicht zurechtzukommen. Da ihre Situation in Deutschland auch weiterhin aussichtslos blieb, ging Riefenstahl nach Afrika. Sie erfuhr den Kontinent als harmonische Gegenwelt, die ihr Trost und Schutz spendete.

Auf Motivsuche für „Die schwarze Fracht“ fiel Riefenstahl im Jahr 1956 eine Ausgabe der Zeitschrift Stern in die Hände. Darin war ein Bild eines muskulösen, mit weißer Asche bestäubten Nuba-Ringkämpfers zu sehen. Dies bezeichnete sie später als Schlüsselerlebnis, welches ihr Interesse für den Stamm der Nuba weckte. Im Alter von fast 60 Jahren machte sich Riefenstahl auf die Suche nach den Nuba, ehe sie im November 1962 am Ziel war: Sie fand die Masakin-Qisar-Nuba, einen von etwa 100 Stämmen. Dort blieb Riefenstahl sieben Wochen und belichtete mit verschiedenen Leica- und Leicaflex-Kameras über 200 Filme.

Von da an besuchte sie alle zwei Jahre den sudanesischen Ureinwohnerstamm und erlernte dort auch dessen Sprache. 1966 erschienen die ersten Nuba-Fotos: Zuerst im amerikanischen Time-Life-Verlag unter dem Titel „African Kingdom“, kurze Zeit später als Fotostrecke „Leni Riefenstahl fotografiert die Nuba – Was noch nie ein Weißer sah“ im „Stern“. Diese Veröffentlichungen waren der endgültige Startschuss für Riefenstahls Karriere als Fotografin. 1972 arbeitete sie bei den Olympischen Spielen in München als Fotografin für die „Sunday Times“. Bereits ein Jahr darauf, 1973, veröffentlichte sie den Bildband „Die Nuba – Menschen wie vom anderen Stern“ sowie 1976 „Die Nuba von Kau“. Mit „Mein Afrika“ folgte 1982 im Paul-List-Verlag sechs Jahre später ihr dritter Bildband.

Der Erfolg des ersten Bands wurde von dem des zweiten noch übertroffen, und Kritiker feierten ihn als einzigartigen Hymnus an die Schönheit des menschlichen Körpers, so Jürgen Trimborn in seiner Riefenstahl-Biographie „Riefenstahl. Eine deutsche Karriere“. Eine Fotostrecke im „Stern“ wurde 1975 als „beste fotografische Leistung des Jahres“ mit der Goldmedaille des Art Directors Club Deutschland prämiert. Sowohl in Europa und Amerika als auch im Sudan genoss Riefenstahl ein hohes Ansehen. Als Anerkennung für ihre Verdienste um den Sudan verlieh ihr 1973 Staatspräsident Jaafar Mohammed an-Numeiri die Staatsbürgerschaft. 1977 wurde sie mit einem der höchsten Orden des Landes geehrt.

2005 zeigte der Bielefelder Galerist Alexander Baumgarte von der Samuelis Baumgarte Galerie eine große Retrospektive mit Fotos der Zyklen Olympia, Nuba und Impressionen unter Wasser.
Kritik an den Fotografien

Die Motive ihrer ersten beiden Bildbände unterscheiden sich. Als Riefenstahl 1973 für den zweiten Band erneut zu den Masakin-Nuba reiste, war sie enttäuscht: Diese trugen inzwischen Kleidungsfetzen und hatten ihren Schmuck abgelegt. Daher suchte sie einen ursprünglichen, unbekleideten Stamm und fand 1974 die Nuba von Kau und fotografierte den Band Die Nuba von Kau.

Während bei Die Nuba – Menschen wie vom anderen Stern meist alltägliche Abläufe wie die Ernte, Körperbemalungen und rituelle Kämpfe zwischen Männern im Vordergrund standen, waren es bei Die Nuba von Kau neben Porträtaufnahmen vor allen Dingen Bilder von Zeremonien mit tanzenden Frauen. Bei den Nuba von Kau wohnte sie nicht in der Dorfgemeinschaft und fotografierte mit Teleobjektiven und großen Brennweiten. Riefenstahl erreichte damit einen verschwimmenden Hintergrund, während der Vordergrund umso deutlicher wurde. „So werde die malerische Wirkung noch verstärkt“, zitiert sie Alan Bullock in seinem Buch Hitler. Eine Studie über Tyrannei.

Manche Kritiker argumentieren dagegen, sie wolle mit Teleobjektiven „nicht vorhandene Nähe vortäuschen“, der Ausdruck von Individualität und Intimität sei einer „inszenierten Wirklichkeit“ gewichen. Andere meinen, Riefenstahls Bildband habe die Änderung der Lebensgewohnheiten der Nuba mit verursacht.

Die Nuba-Bücher erinnern an das Hauptthema ihrer früheren Filme: die Faszination für Körper. Nach Ansicht mancher Kritiker gehe Riefenstahls Begeisterung für die Schönheit „auf Kosten der Wahrheit“ und bedeute „eine Täuschung des Rezipienten“. Die amerikanische Autorin Susan Sontag schreibt in ihrem Essay Faszinierender Faschismus, die Art und Weise, in der Riefenstahl die Nuba porträtierte, erinnere an die Nazi-Ideologie und veranschauliche Riefenstahls Vorstellungen faschistischer Ästhetik und Herrschaft. Manche Kritiker sind der Ansicht, Riefenstahl hätte alte, kranke und behinderte Nuba sowie die Konflikte zwischen Nuba-Bauern und Nomadenstämmen und den Sezessionskrieg im Südsudan dokumentieren müssen.
Unterwasserfotografie und neue Filme

Mit dem Erfolg ihrer fotografischen Arbeit kam bei Riefenstahl der Wunsch auf, einen Film zu drehen. Für eine Dokumentation über die Nuba nahm sie auf ihren Sudan-Expeditionen 1964, 1968/1969 und 1974/1975 auf eigene Kosten Filmausrüstung mit. 2001 kündigte sie an, aus den über 3000 Metern Material den Film „Allein unter den Nuba“ vollenden zu wollen. Dies ist aber bis zu ihrem Tod nicht geschehen. 2002 drehte Riefenstahl den 41-minütigen Dokumentarfilm „Impressionen unter Wasser“. Als Voraussetzung für diese Unterwasser-Aufnahmen hatte die seinerzeit 72-Jährige 1974 unter Angabe eines falschen Alters ihren Tauchschein in Malindi erworben. Daraufhin arbeitete sie – noch bevor der Film entstand – als Unterwasser-Fotografin. Riefenstahl veröffentlichte die Bildbände „Korallengärten“ (1978) und „Wunder unter Wasser“ (1990). Auch mit diesen Veröffentlichungen erregte die Künstlerin weltweit Aufsehen und erhielt weitere Ehrungen und Auszeichnungen. Es folgten Ausstellungen ihrer Fotos in Tokio, Kuopio, Mailand, Rom, München, Berlin und Calpe.

Ihren Hang zur Perfektion machte sie aber auch bei diesen beiden Bildbänden wieder deutlich: Wurde der erste Band noch von mystischen, teilweise schlecht ausgeleuchteten Bildern bestimmt, so war im zweiten schon ein deutlicher Fortschritt zu erkennen. Sie arbeitete nun viel professioneller mit den Spiegelreflexkameras Nikon F2S und Nikon F3 , sowie mit viel Equipment, das zur Verbesserung von Ausleuchtung und Bildqualität führte. Neben der Qualität der Arbeit hatte sich auch hier wieder die Motivwahl geändert: Statt Fische, Korallen und Muscheln standen im zweiten Unterwasserband vermehrt Haarsterne, Korallen, Weichtiere und Schwämme im Vordergrund.

Insgesamt absolvierte Riefenstahl über 2000 Tauchgänge, fotografierte noch als 94-Jährige Haie vor Cocos Island (Costa Rica) und trat der Umweltorganisation Greenpeace bei.
Letzte Jahre

Anlässlich ihres 100. Geburtstages rückte Leni Riefenstahl ins Zentrum medialer Aufmerksamkeit. Bei der Feier am 22. August 2002 in Feldafing waren zahlreiche Stars zugegen, unter anderem Siegfried und Roy, Reinhold Messner, Petra Schürmann etc.. Der bekannte Berliner Operettentenor Heiko Reissig sang Melodien aus ihrer Jugendzeit und überreichte als Präsident der Internationalen Gesellschaft 'BühnenReif' e. V. (ISSA) die Berufungsurkunde zum Ehrenmitglied.

Am späten Abend des 8. September 2003 starb Leni Riefenstahl kurz nach ihrem 101. Geburtstag in ihrem Haus in Pöcking. Sie wurde eingeäschert und ihre Urne wurde am 12. September 2003 auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt. Die Trauerrede hielt Leni Riefenstahls langjährige Freundin Antje-Katrin Kühnemann.
Enthüllungen

Die Mannheimer Kuratoren Ina Brockmann und Peter Reichelt waren schon verantwortlich für Riefenstahls autorisierte Ausstellungen in Kuopio (Finnland, 1996), Mailand (1996) und Rom (1997). Die von Brockmann und Reichelt kuratierte Ausstellung von 2004 im Ernst-Barlach-Museum in Wedel war von der inzwischen verstorbenen Regisseurin nicht autorisiert und stilisiert Riefenstahl zur „Symbolfigur deutscher Vergangenheitsverdrängung“. Seitdem werden manche Olympiafotografien, die bisher Riefenstahl zugeschrieben wurden, anderen Fotografen zugeordnet.
Werke
Regie- und Produktionarbeiten

    1932: Das blaue Licht
    1933: Sieg des Glaubens
    1934: Triumph des Willens
    1935: Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht
    1938: Olympia
        Teil 1: Fest der Völker
        Teil 2: Fest der Schönheit
    1939: Reportage der Truppenparade von Adolf Hitler in Warschau. (Sonderfilmtrupp Riefenstahl)
    1944: Dokumentarfilm Arno Breker – Harte Zeit, starke Kunst (Regie: Arnold Fanck, Hans Cürlis; Produktion: Riefenstahl-Film GmbH, Berlin).
    1944: Atlantik-Wall (Regie: Arnold Fanck; Produktion: Leni Riefenstahl; Auftraggeber: Joseph Goebbels).
    1954: Tiefland (Dreharbeiten im Wesentlichen 1940–1944; Uraufführung 11. Februar 1954 nach filmportal.de )
    2002: Impressionen unter Wasser

Schauspieltätigkeiten

    1925: Wege zu Kraft und Schönheit – Ein Film über moderne Körperkultur
    1926: Der heilige Berg – Regie Arnold Fanck
    1927: Der große Sprung – Regie Arnold Fanck
    1928: Das Schicksal derer von Habsburg – Regie Rudolf Raffé
    1929: Die weiße Hölle vom Piz Palü – Regie Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst
    1930: Stürme über dem Mont Blanc – Regie Arnold Fanck
    1931: Der weiße Rausch – neue Wunder des Schneeschuhs – Regie Arnold Fanck
    1932: Das blaue Licht – Regie Leni Riefenstahl
    1933: SOS Eisberg – Regie Arnold Fanck
    1954: Tiefland (Dreharbeiten 1940–1944; Uraufführung 11. Februar 1954 nach filmportal.de)

Nicht realisierte Projekte

    1933: Mademoiselle Docteur
    1939: Penthesilea
    1943: Van Gogh
    1950: Der Tänzer von Florenz
    1950: Ewige Gipfel
    1950–1954: Die roten Teufel
    1955: Kobalt 60
    1955: Friedrich der Große und Voltaire
    1955: Drei Sterne am Mantel der Madonna
    1955: Sonne und Schatten
    1955–1956: Die schwarze Fracht
    1957: Afrikanische Symphonie
    1959–1960: The blue Light
    1961: Der Nil
    1962–1963: Afrikanisches Tagebuch
    1964–1975: Allein unter den Nuba

Siehe auch

    Kunst im Nationalsozialismus
    Nationalsozialistische Filmpolitik
    Liste deutscher Dokumentarfilme (1933–1945)
    Arno Breker
    Florentine Rost van Tonningen

Literatur
Von Leni Riefenstahl

    Kampf in Schnee und Eis. Verlag Hesse & Becker, Leipzig 1933.
    Hinter den Kulissen des Reichsparteitags-Films. Eher, München 1935.
    Schönheit im olympischen Kampf. Deutscher Verlag (Ullstein-Verlag), Berlin 1937.
    Die Nuba – Menschen wie von einem anderen Stern. List, München 1973.
    Die Nuba von Kau. List, München 1975.
    Die Nuba. Komet, Köln (2006), ISBN 3-933366-41-0 (Lizenzausgabe mit Zusammenfassung der Bände Die Nuba [1973] und Die Nuba von Kau [1976] in einer Ausgabe).
    Korallengärten, List, München 1978.
    Mein Afrika. List, München 1982.
    Memoiren. Knaus, München und Hamburg 1987.
    Wunder unter Wasser. Herbig, München 1990.


Dokumentation

    1993: Die Macht der Bilder – Regie Ray Mueller
    2000: Leni Riefenstahl: Fünf Leben. Hrsg.: Angelika Taschen
    2003: Leni Riefenstahl – Ihr Traum von Afrika – Regie Ray Mueller
    2007: Hitlers nützliche Idole: Leni Riefenstahl – Die Regisseurin. Künstlerin und Opportunistin. 45 Min., ein Film von Oliver Halmburger und Anja Greulich, Produktion: ZDF, Erstsendung: 20. März 2007, Inhaltsangabe des ZDF